Stollentroll

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[Rezension] Ensel und Krete (Walter Moers)

Veröffentlicht 29. Juli 2019 von erlesenebuecher

Buntbären, Mythenmetzsche Abschweifung & Stollentroll

Appetithäppchen: Der Große Wald. Buntbären. Fhernhachenzwerge. Ein gemeingefährlicher Laubwolf. Unsterbliche Sternenstauner. Ehrgeizige Erdgnömchen. Ein unberechenbarer Stollentroll. Die Mythemetzsche Abschweifung. Kokette Erlfenwespen. Geheimbären. Ein Waldspinnenhexe. Blutsaugende Fledertratten. Weinende Bäume. Sprechende Pflanzen. Tanzende Pilze. Leuchtende Ameisen. Doppelköpfige Wollhühnchen. Dreiäugige Schuhus. Ein sehr alter Meteor. Schreckliche Spannung. Grausamste Bosheit. Goldener Humor. Feinste zamonische Hochliteratur. Um nur das Gröbste zu nennen.

Verfasser: Walter Moers lebt und arbeitet als Zeichner und Autor in Hamburg. Nach „13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ ist „Ensel und Krete“ das zweite Buch, das auf dem fabelhaften Kontinent Zamonien spielt. Walter Moers ist zusammen mit Professor Doktor Nachtigaller Begründer der Zamonischen Nachtschule, einer Akademie, die ausschließlich im Internet existiert (www.zamonien.de) und von jedermann besucht werden kann.

[Goldmann (2002)]

Meine Meinung: Es ist schon sehr abgefahren, was Walter Moers da für eine Welt erschaffen hat. Es ist erst das zweite Buch der Zamonien-Reihe und ich bin trotzdem völlig überfahren. Ob ich das nun nur positiv finde, weiß ich noch gar nicht. Es ist irgendwie nicht ganz mein Geschmack, fasziniert aber trotzdem…

Das bekannte Märchen „Hänsel und Gretel“ ist in Ansätzen Grundlage für Ensel und Krete, aber es spielt eben in Zamonien, im Wald der Buntbären, und ist damit auch irgendwie ganz anders. Dazu kommt noch, dass der Autor Hildegunst von Mythenmetz, ständig dazwischen quatscht, was sehr unterhaltsam aber auch irritierend ist. Er ändert das Ende, gibt seine Meinung zu verschiedenen Situationen wieder oder erzählt aus seinem Leben, welches wohl sehr ausfüllend war, wenn man auch die halbe kurze Biographie am Ende des Buches berücksichtigt.

Insgesamt macht das alles schon Spaß und ich habe noch einige Bücher der Welt Zamoniens vor mir, aber, wie schon gesagt, ob das so mein Geschmack ist… ich guck mal.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär (Walter Moers)

Veröffentlicht 15. Juni 2016 von erlesenebuecher

Zuckerschmelze, Stollentroll & Gennf

Appetithäppchen: Die halben Lebenserinnerungen eines Seebären – ein Universum für sich! Käpt’n Blaubär entführt die Leser in eine Welt der Phantasie: auf den Kontinent Zamonien, wo Intelligenz eine übertragbare Krankheit ist und all jene Wesen hausen, die aus unserem täglichen Leben verbannt sind. Eine aufregende Reise durch ein märchenhaftes Reich, in dem alles möglich ist – nur nicht die Langeweile!

Verfasser: Walter Moers, Jahrgang 1957, Comiczeichner, Drehbuchautor und unter anderem Schöpfer des Kleines Arschlochs sowie des unübertrefflichen Aufschneiders Käpt’n Blaubär, lebt in Hamburg. Mit „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ hat er seine populärste Figur nahc Zamonien entführt, um ihr dort eine ganz eigene Welt zu schaffen. Der Roman war auch international ein großer Erfolg und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt.

[Goldmann (2002)]

Meine Meinung: Welch ein Epos des Seemannsgarns! Ich ziehe meinen Hut vor diesem Werk. Es ist ein Feuerwerk voller Phantasie, Spaß und Spannung.

Der Leser wird mitgerissen in eine farbenfrohe, abgefahrene Welt. Staunend liest man Seite für Seite und kriegt den Hals nicht voll. Der Unterhaltungswert ist hoch.

Vor allem die Protagonisten, allen voran Blaubär, sind prima. Sehr schön ist, dass sie im Laufe des Buches immer wieder auftauchen. Solche Zirkelschlüsse liebe ich! Besonders hat es mir der Stollentroll angetan, da musste ich manchmal laut auflachen. Aber vielleicht ist es ja gar kein Stollentroll sondern Manuel Neuer.

Ein paar Schwächen hat das Werk aber doch. Vor allem im letzten Drittel gab es einige Längen. Der Wettkampf rund um die Lügengladiatoren nimmt eindeutig zu viele Seiten ein. Das wurde am Ende sogar etwas langweilig. Eigentlich müsste man dafür einen Punkt abziehen, aber das Buch ist im Ganzen so toll, dass es trotzdem die volle Punktzahl erhält.

Erwähnenswert ist natürlich ebenfalls die grandiose Aufmachung des Buches. Es gibt lustige Bilder und der Autor spielt mit verschiedenen Schriftarten und – größen. Das macht richtig Spaß!

Letztendlich gibt es nur eines zum Abschluss zu sagen: Ehre das Gimp!

Bewertung: 5 von 5 Punkten