Zeitgeschichte

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Deutschstunde (Siegfried Lenz)

Veröffentlicht 20. Juni 2012 von erlesenebuecher

Kunst, Pflicht & Zeitgeschichte

(09.03.09)

Appetithäppchen: Dies ist die Geschichte von Siggi Jepsen, Insasse einer Anstalt für schwer erziehbare Jugendliche, dem in der Deutschstunde die Aufgabe gestellt wird, über ‚Die Freuden der Pflicht‘ einen Aufsatz zu liefern. In diesem Thema ist er zu Hause. Sein Vater, in Rugbüll der ’nördlichste Polizeiposten Deutschlands‘, war zu jener Zeit den Pflichten seines Amts in so rückhaltloser Leidenschaft ergeben, dass er nicht zögerte, 1943 einem Maler hohen Ansehens, von Jugend auf sein Freund, den in Berlin gegen ihn gefällten Spruch zu überbringen. Er überwacht sogar unnachsichtig die Einhaltung des Verbots künstlerischer Betätigung. Dem Lebensgesetz der Pflicht ist für ihn jedermann unterworfen. Siggi Jepsen ist zur Zeit dieser Ereignisse noch ein Kind, das in seiner Wachheit Zeut eines lautlosen Kampfes wird. Immer weiter entfernt er sich von seinem Vater, und alle Zuneigung gehört Max Ludwig Nansen und dessen farbglühenden Bildern. In der Rückerinnerung wird der Aufsatz zum Bericht seines Lebens, zum Versuch, sich selbst zu begreifen.

Verfasser: Siegfried Lenz wurde am 17. März 1926 in Lyck in Masuren geboren. Nach der Vetreibung aus Ostpreußen studierte er in Hamburg Philosophie, Literatur und Anglistik. 1950 wurde er Feuilletonradakteur der Zeitung ‚Die Welt‘ in Hamburg, wo er jetzt als freier Schriftsteller lebt. Siegfried Lenz ist ein realistisch-symbolischer Erzähler mit zeitnahen Themen. Er trat auch als Essayist, Dramatiker und Hörspielautor hervor. Meistens schildert er die Problematik des modernen Menschen, sein Scheitern und seine Bewährung in Schuld und Verantwortung.

Meine Meinung: Ich fand das Buch ganz gut. Es war zwar schon ab und zu langatmig und – weilig geschrieben.

Aber die Thematik und die Geschichte fand ich richtig spannend und interessant, auch wenn ich nicht durch alles immer durchgestiegen bin.

Es ist vor allem eine gute deutsche Geschichte. Nicht nur die damalige Zeit und ihre Widersprüche werden lebendig dargestellt, sondern auch die Prägung durch die Eltern und das “In-der-eigenen-Haut-gefangen-sein‘.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Verlag: Hoffmann und Campe Verlag