Zwillinge

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[Rezension] Steven Tyler – Does the noise in my head bother you? (Steven Tyler/ David Dalton)

Veröffentlicht 14. Dezember 2019 von erlesenebuecher

Zwillinge, Pashmina & Dream on

Appetithäppchen: „Die Musik war unsere Zündschnur und Drogen waren die Streichhölzer – und wir die Silvesterrakete, von der sieben glitzernde Sterne ausgingen, jeder eins unserer sieben Alben. Wir brachten es fertig, die kosmischen Mächte zu leben und zu überleben. Drogen waren mein schwarzes Loch… Ich wurde von ihnen angezogen und fürchtete mich nicht davor, auf die andere Seite zu gelangen.“ (Steven Tyler)

Verfasser: Steven Tyler, als Steven Victor Tallarico am 26. März 1948 in Yonkers, New York, geboren, ist Songwriter, Komponist und markante Stimme der legendären Rockband Aerosmith. Steven Tyler ist einer der dynamischsten Frontmänner überhaupt, das Musikmagazin „Rolling Stone“ zählt ihn gar zu den größten Rocksängern aller Zeiten. Nach ihrer Gründung, New Hampshire, beschließen Aerosmith, als Band nach Boston zu ziehen. Dort gründen sie eine Arbeits- und Wohngemeinschaft und werden zu der Band, die bis heute besteht: Tyler als Frontmann, Joe Perry an der Gitarre, Tom Hamilton am Bass, Tay Tabano, später abgelöst von Brad Whitford, an der Gitarre und Joey Kramer an den Drums. 100 Millionen Platten verkauften Aerosmith und gewannen zahlreiche Preise. Ihr Nummer-1-Hit „Don’t want to miss a thing“ aus dem Film „Armageddon“ wurde für den Academy Award nominiert. 2011 wurden Aerosmith in die Rock’n’Roll Hall of Fame aufgenommen.

[Edel (2012)]

Meine Meinung: Steven Tyler fragt: Does the noise in my head bother you? Da kann ich drauf antworten: Ja, teilweise schon. Ungefragt ist und bleibt Aerosmith eine der größten Rockgruppen aller Zeiten, die großartige Songs rausgebracht haben und ohne Steven Tyler wäre Aerosmith nicht Aerosmith. Er ist unglaublich agil, kreativ und musikalisch. Aber eben auch ein Künstler und eine Diva. Das muss er wohl als Frontmann sein, anders will es das Business und auch das Publikum nicht. Allerdings habe ich selten eine Autobiographie gelesen, in der so viel gejammert wird.

Natürlich ist es nicht leicht, den Erwartungen gerecht zu werden und Tyler beschreibt eindrucksvoll und nachvollziehbar, dass es als Sänger etwas anderes ist, weil das Instrument zum Körper gehört und nicht nach der Show einfach vom Techniker für den nächsten Auftritt fit gemacht werden kann, so dass es an sich klar ist, dass er nicht jeden Abend auf die Bühne kann, was anscheinend innerhalb der Band zu Unstimmigkeiten führte.

Und dann kommen die ganzen Drogen dazu. Tja, man kann jetzt sagen, es gehört wohl dazu. Es gibt kaum große, kreative Künstler, die dem nicht verfallen sind. Sie sind eben keine vernünftigen Kopfmenschen, sondern impulsiv, schwankend, emotional und in ihrem Inneren unsicher bzw. nicht gefestigt, was die Sehnsucht, Gefühle und Sicht der Dinge ausmacht, die in ihrer Musik oder Kunst verarbeitet werden. Das kann ich alles nachvollziehen. Aber es ist erstaunlich, was die Menge und Vielfalt der Drogen anbelangt. Was so ein Körper und Geist anscheinend alles verträgt? Erschreckend fand ich hier, die in meinen Augen etwas unreflektierte Widergabe der jahrelangen Drogentrips, die er und seine Exfrau erlebten, während sie ein kleines Baby/Kleinkind bei sich hatten.

Aber am meisten ist mir sein Gemecker über Frauen in den Ohren geblieben. Er betont wiederholt, wie sehr er sie liebt. Allerdings wird dann geäußert, dass er es nicht verstehe, wie seine Exfrau ihm die Affäre nicht verzeihen kann, wo er ihr doch ansonsten jeden Wunsch, wie beispielsweise ein Haus, erfülle. Warum hat er sich dann überhaupt immer wieder so gebunden, dann soll er doch offene Beziehungen führen? Aber Tyler will alles, Heim mit Frau und Kindern und Rockstarleben mit allen Blowjobs etc. Außerdem versucht er immer wieder darzustellen, dass er ein Opfer der Umstände sei.

Insgesamt regte mich einiges auf, aber das soll es anscheinend auch. Tyler will anecken, er will nicht in die Norm passen und er will Leute aus der Reserve locken. Nichtsdestotrotz führte er ein aufregendes Leben und gerade die Bandhistorie ist spannend und aufregend. Die Ergebnisse in Form ihrer Alben kann sich sehen und hören lassen. Großartige Künstler!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Black Dagger 6 – Dunkles Erwachen (J. R. Ward)

Veröffentlicht 9. August 2012 von erlesenebuecher

Zwillinge, Verluste & gelbe Augen

Appetithäppchen: Zsadist, das düsterste und geheimnisvollste Mitglied der Bruderschaft der Black Dagger, hat in der Aristokratin Bella eine Frau gefunden, die durch seine finstere Maske hindurch blickt und den Mann liebt, der er wirklich ist. Doch die Vergangenheit lastet schwer auf dem Vampir, der von sich selbst glaubt, ihrer Gefühle nicht wert zu sein. Trotzdem bindet er sich während ihrer Triebigkeit an Bella und will sie von nun an um jeden Preis beschützen. Aber auch ein Mitglied der Gesellschaft der Lesser ist von der schönen Bella besessen – und als dieser sie tot glaubt, setzt er alles daran, Zsadist zu vernichten…

Verfasserin: J. R. Ward begann bereits während ihres Studiums mit dem Schreiben. Nach ihrem Hochschulabschluss veröffentlichte sie die Black Dagger-Serie, die in kürzester Zeit die amerikanischen Bestseller-Listen eroberte. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrem Golden Retriever in Kentucky und gilt seit dem überragenden Erfolg der Serie als neuer Star der romantischen Mystery.

Meine Meinung: Im Original gehört ja dieser Teil mit dem 5. Band „Mondspur“ zusammen und diese beiden ergeben den bis jetzt besten Band der Serie. Ich bin begeistert. Er war spannend, vielschichtig, erotisch, aufregend, toll.

Das Ende fand ich etwas dick aufgetragen, aber wenn man es eben als großes Ende der beiden Bände „Mondspur“ und „Dunkles Erwachen“ sieht, ist es ok.

Zeitweise haben mich die Lesser-Geschichten etwas genervt. Sie sind halt einfach die Bösen und völlig unsympathisch, deshalb berühren diese Textpassagen einen Null.

Aber dafür mag ich John immer mehr. Mal sehen, wie es mit ihm weiter geht.

SPOILER (Anfang)

Etwas seltsam fand ich zum einen, warum Wellsie unbedingt sterben musste. Klar, ist es immer dramaturgisch wichtig, dass auch mal Hauptpersonen sterben, also keiner sicher ist. Aber irgendwie wirkt es auf mich so, dass sie nur weg musste, damit Thor dann auch irgendwann mal wieder eine neue Frau kennen lernen kann und die Geschichte dann erzählt werden kann.

Und zum anderen hat mich dann doch dieser heftige Wandel von Zsadist etwas gestört. Er wirkt am Ende dann doch nicht mehr so düster und aufregend. Da hoffe ich, dass er da nicht an Spannung für die Zukunft eingebüßt hat. Er war doch mein Favorit.

SPOILER (Ende)

Und Zsadist ist für mich Brad Pitt (mit kurzen Haaren) und Bella sollte Eva Green spielen bei einer Verfilmung.

 

 

 

 

 

 

 

 

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Verlag: Heyne

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