[Monatsrückblick] März 2021

Veröffentlicht 10. April 2021 von erlesenebuecher

Banner

Der Monat begann in der Birkenschule im Birkenweg mit Frau Honig. Welch schöner Anfang! Dann wurde es aber dramatischer, in einer einzigen Nacht in den USA. Ein Mädchen hat sich umgebracht. Anschließend begleitete ich die Krokodiler aus der Papageiensiedlung in die Ziegelei. In Albenmark wütete der Trollkrieg. Das war aufregend und spannend. Dann kam wieder Frau Honig, mit der es in die Petunienallee ging. Den Monat ließ ich in einem beschaulichen Dorf an der Uhlheck ausklingen…

Frau Honig und die Schule der Fantasie Sabine Bohlmann 90 Seiten 4 Punkte
Tote Mädchen lügen nicht Jay Asher 283 Seiten 4,5 Punkte
Vorstadtkrokodile Max von der Grün 156 Seiten 3,5 Punkte
Elfenlicht Bernhard Hennen 908 Seiten 4,5 Punkte
Frau Honig – Wenn der Wind weht Sabine Bohlmann 204 Seiten 4 Punkte
Was man von hier aus sehen kann Mariana Leky 315 Seiten 4,5 Punkte

Das waren 1956 Seiten.

Ein neues Buch kam auf meinen SuB:

[Rezension] Was man von hier aus sehen kann (Mariana Leky)

Veröffentlicht 28. März 2021 von erlesenebuecher

Okapi, Mon Chéri & Uhlheck

Appetithäppchen: Immer, wenn der alten Selma im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf. Wen es treffen wird, ist allerdings unklar. Davon, was die Bewohner in den folgenden Stunden fürchten, was sie blindlings wagen, gestehen oder verschwinden lassen, handelt dieser Roman. Vor allem aber erzählt er von Menschen, die alle auf ihre Weise mit der Liebe ringen: gegen Widerstände, Zeitverschiebungen und Unwägbarkeiten – ohne jemals den Mut zu verlieren. 

Verfasserin: Mariana Leky studierte nach einer Buchhandelslehre Kulturjournalismus an der Universität Hildesheim. Bei DuMont erschienen der Erzählband „Liebesperlen“ (2001), sowie die Romane „Erste Hilfe“ (2004), „Die Herrenausstatterin“ (2020) und „Bis der Arzt kommt. Geschichten aus der Sprechstunde“ (2013). Sie lebt in Berlin und Köln.

[DuMont (2017)]

Meine Meinung: Luise lebt in einem Dorf mit allerlei interessanten Persönlichkeiten. Immer wenn ihre Großmutter Selma von einem Okapi träumt, stirbt kurz darauf ein Mensch. Ihr Vater lässt die Welt hinein und ihr Mutter hat eine Affäre mit dem Eisdielenbesitzer Alberto. Der Optiker lässt sich von Stimmen anrempeln. Elsbeth sucht eine Hahnenzunge für die Liebe. Marlies isst kalte Erbsen. Palm zitiert die Bibel. Und Martin wird mal Gewichtheber…

Wenn Frau Leky etwas kann, dann sind es Charakterdarstellungen. Selten habe ich mich so in sämtliche Protagonisten eines Buches verliebt. Man öffnet dem Dorf und seinen Einwohnern sein Herz.

Auf der Rückseite meines Buches wird die FAZ zitiert: „Lekys Sprache ist von scharfer Präzision und hinreissendem Witz.“ Die Sprache bzw. der Schreibstil von Frau Leky ist wirklich bemerkenswert und lässt die Seiten dahinfliegen. Aber den Witz habe ich nicht wirklich gefunden. Das ganze Buch war für mich eher tragisch-komisch, wobei die Tragik fast überwog. Es deprimierte mich teilweise (was wohl zu dem halben Punkt Abzug führte), ließ mein Herz bluten, vor allem als vom Tod und den Folgen für die Zurückgebliebenenen geschrieben wurde. Auch die Liebe, welche oft unerfüllt, unerwidert, aber nicht weniger schön und stark war, empfand ich als tragisch-schön.

Bei den Charakteren musste ich ab und an an „Die hellen Tage“ denken, wobei mir hier der Handlungsstrang und die Gesamtheit der Protagonisten viel besser gefiel.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Frau Honig – Wenn der Wind weht (Sabine Bohlmann)

Veröffentlicht 28. März 2021 von erlesenebuecher

Honigbienchen, Tag des inneren Kindes & Pff

Appetithäppchen: Wo wohnt die Fantasie? Momentan jedenfalls nicht in der Villa der Familie Degenhardt, muss Frau Honig feststellen. Nicht mal Blumen für ihre Bienen finden sich im großen Garten. Und da man mit Geld zwar vieles kaufen kann, aber eben kein Glück, keine Fröhlichkeit und keine Freunde, nimmt Elsa Honig die kleine Jolanda an die Hand. Zusammen mit Jakob und Finchen begibt sie sich auf die Suche nach Jolandas verlorener Fantasie, denn die muss schließlich irgendwo versteckt sein.

Verfasserin: Als Kind kam Sabine Bohlmann einmal zu spät zur Schule, da sie der Wind daran hinderte, um eine Hochhausecke zu kommen. Doch seitdem ist der Wind ihr Freund. So bläst sie es zwischen der Schauspielerein, dem Synchronstudio und ihrem Schreibtisch herum, und die Geschichten fliegen ihr zu wie Schmetterlinge – überall und zu allen Tages- und Nachtzeiten (dann eher wie Nachtfalter). Die Autorin ist sehr glücklich darüber, endlich alles aus ihrem Kopf herausschreiben zu dürfen. Auf ein blitzeblankes, weißes – äh – Computerdokument. Und das Erste, was sie tut, wenn ein neues Buch in der Post liegt: Sie steckt ihre Nase ganz tief hinein und genießt diesen wunderbaren Buchduft.

[Planet! (2021)]

Meine Meinung: Frau Honig kommt zu ihrer nächsten Familie. Dieses Mal gibt es nur ein einziges Kind. Es ist aber ein besonders schwieriger Fall: Denn Jolanda hat ihre Fantasie verloren.

Jolandas Eltern sind sehr reich und selbst Jolanda verdient schon Geld, da sie eine eigene Firma hat. Alles ist vernünftig, steif und geplant bei den Degenhardts. Ein Fall für Frau Honig, die Jolanda ihre Kindheit zurück bringen möchte. Das ist aber schwieriger als gedacht. Zum Glück bekommt Frau Honig Hilfe von den Kindern Jakob und Finchen.

Es ist das vierte Frau Honig-Buch und ich bin wirklich beeindruckt, dass Frau Bohlmann nicht die Ideen ausgehen. Meine Kinder lieben Frau Honig. In meinen Augen verlieren die letzten beiden Bände aber ein wenig. Dieses Mal mochte ich die Degenhardts einfach nicht so gern. Gerade das Liebevolle der ersten Bände kam hier in meinen Augen etwas zu kurz.

Aber wie schon gesagt, ist es trotzdem ein tolles Buch, da gerade die wunderbaren Ideen und natürlich die Abwechslung, dass es eben mal eine andere Art der Familie ist, die Freude am Buch ausmachen.

Wir bleiben also definitiv weiter Frau Honig-Fans!

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Rezension] Elfenlicht (Bernhard Hennen)

Veröffentlicht 28. März 2021 von erlesenebuecher

Himmelsteig, Hornechse & Gräber

Appetithäppchen: Als ein Heer von Trollen Albenmark bedroht, zerschneidet Emerelle, Königin der Elfen, mit der Kraft ihrer Magie einen goldenen Albenpfad. Tausende Trollkrieger stürzen ins Nichts, das Reich der Elfen scheint gerettet. Mit ihrer Tat hat Emerelle jedoch auch das goldene Netz zerstört, das einst die Alben zum Schutz ihrer Nachkommen woben. Schatten dringen ins Herzland und suchen nach den Seelen, um sich diese einzuverleiben. Emerelle schickt Ollowain, ihren Schwertmeister, an der Seite einer Koboldin nach Iskendria, um die Hüter des Wissens zu befragen. Doch die Schatten lauern überall und mit ihnen eine Bedrohung, die sich bis in das Fjordland erstreckt. Und plötzlich scheint nicht dem Schwertmeister Ollowain, sondern den Kindern des Menschenkönigs Alfadas die Schlüsselrolle im Kampf gegen den uralten Feind, der sich in den Schatten verbirgt, zuzufallen: Melvyn, dem Wolfselfen, der seinen Vater nie kennen lernte, Ulric, dem geheimnisvollen Thronerben, und der jungen Jägerin Kadlin, die nicht ahnt, welch Blut in ihren Adern fließt. Sie alle werden in ein Abenteuer verstrickt, das Menschen und Elfen vor eine schreckliche Wahl stellt, denn ein Reich ist dem Untergang geweiht – Albenmark oder Fjordland…

Verfasser: Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Asiatische Altertumskunde. Mit dem Auftaktbänden zu seiner großen Elfen-Saga, „Die Elfen“ und „Elfenwinter“, stürmte der Autor zahlreicher historischer und phantastischer Romane die Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Bernhard Hennen lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Krefeld.

[Wilhelm Heyne Verlag (2006)]

Meine Meinung: Der Epos rund um Albenmark geht weiter. Der Krieg gegen die Trolle ist noch nicht beendet.

Der Leser trifft etliche alte Bekannte wieder, allerdings einige nicht besonders intensiv, wie bspw. Alfadas. Das tat mir ein bisschen leid, hat man ihn doch im vorherigen Band gerade ins Herz geschlossen. Andere Charaktere, die vorher keine oder kaum eine Rolle spielten, rücken nun in den Vordergrund.

Ich brauchte lange, um in das Buch hineinzukommen. Das war schade, weil ich den Vorgänger fast direkt davor gelesen habe. Aber diese ganze Bibliotheksgeschichte rund um Ollowain und Ganda konnte mich gar nicht fesseln. Außerdem fand ich die ganze Sache mit den Tjured-Priestern mehr als merkwürdig. Es wurde dann aber immer besser und ab der Hälfte nahm der Plot wieder richtig Fahrt auf und ich war gefesselt.

Es geht vor allem um Alfadas Kinder: Ulric, Kadlin und Melvyn. Spannend wird es vor allem durch den kapitelweisen Wechsel der Handlungsorte. Meist endet ein Kapitel mit einer Art Cliffhanger und dann wendet sich der Erzählstrang erstmal einem anderen ebenso interessanten Handlungsort zu. Dadurch möchte man natürlich immer weiter und weiter lesen.

SPOILER:

Sehr seltsam fand ich die Entwicklung von Ollowain. Einer der Hauptcharaktere des letzten Bandes, den ich wirklich lieb gewonnen habe, wird in meinen Augen gerade etwas kaputt geschrieben. Aber mal sehen, was das noch wird.

Auch habe ich die Sicht von Orgrim sehr vermisst, aber trotzdem gab es Einblick in die vermeintlichen Feinde durch die Lutin.

Ich bin gespannt, was der letzte Band zu bieten hat.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 2. Teil

[Neuanschaffungen] Woche #12

Veröffentlicht 28. März 2021 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Es geht weiter mit Zoey und ihren Freunden:

House of Night 6 – Versucht (P. C. Cast/ Kristin Cast)

Wenn du deiner besten Freundin deine größten, dunkelsten Geheimnisse nicht anvertrauen kannst – wem kannst du dann noch trauen? Geheimnisse und unausgesprochene Verdächtigungen überschatten die Freundschaft zwischen Zoey und Stevie Rae und bringen nicht nur die beiden, sondern das gesamte House of Night in Gefahr. Denn eine mysteriöse und beängstigende Macht breitet sich in den Tunneln unter Tulsa aus. Aber Stevie Rae will nicht sagen, was dort vor sich geht und was sie dort gemacht hat. Allmählich beginnt Zoey sich zu fragen, wie sehr sie ihr noch vertrauen kann. Werden sie die richtigen Entscheidungen treffen, oder werden dumkle Mächte das House of Night zerstören? [Fischer (2011)]

[Rezension] Vorstadtkrokodile (Max von der Grün)

Veröffentlicht 28. März 2021 von erlesenebuecher

Ziegelei, Minigolf & Rollstuhl

Appetithäppchen: „Betreten verboten!“ steht an der verlassenen Ziegelei, dem Geheimquartier der „Krokodiler“. Wer zur Bande gehören will, muss eine gefährliche Mutprobe bestehen und gut Rad fahren können. Aber was soll Kurt tun, der im Rollstuhl sitzt? Da macht Kurt mit seinem Fernglas eine Beobachtung – und beweist, dass er mindestens genauso viel Mut hat wie anderen. Nur eben auf eine besondere Weise.

Verfasser: „Weil ich selbst einen Jungen habe, der im Rollstuhl gefahren werden muss, habe ich diese Geschichte von den Krokodilern geschrieben. Auch mein Sohn muss oft warten, bis Nachbarjungen kommen und ihn abholen, zum Fußballplatz mitnehmen oder zum Minigolfplatz. Es ist schwer für einen Jungen, nicht einfach mit anderen Jungen weglaufen zu können, immer warten zu müssen, bis ihm einer hilft. Und wenn ihr in eurer Nachbarschaft einen Jungen oder Mädchen sehr, die behindert sind, denkt daran, dass es jeden treffen kann, seid freundliche zu ihnen, versucht zu helfen. Oft ist schon viel geholfen, wenn ihr freundliche Worte findet, denn Worte können verletzen – oder helfen.“ (Max von Grün)

[cbj (2006)]

Meine Meinung: Eine klassische Schullektüre, die damals an mir vorbei gegangen ist. Allerdings war sie mal in aller Munde und ich dachte, die Wissenslücke schließe ich nun.

In einer Vorstadt ist Hannes gerade neu in die Kinderbande „Krodiler“ aufgenommen worden, als er sich mit Kurt, der im Rollstuhl sitzt, anfreundet. Nach anfänglicher Skepsis nähern sich auch die anderen Kinder Kurt an. Vor allem als es darum geht, einen Kriminalfall zu lösen, gilt es zusammen zu halten.

Das Buch ist etwas in die Jahre gekommen, die Thematik ist allerdings immer noch aktuell: Freundschaft, Abenteuer, Moral und Inklusion. Gerade das letzte Thema ist in aller Munde und wird hier ziemlich unbedarft, aber spannend aufgegriffen.

Ich bin aus der Zielgruppe raus und wünschte, ich hätte es als Kind gelesen. Aber immer noch eine nette Lektüre, die man an die richtige Zielgruppe weiterempfehlen kann.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

 

[Rezension] Tote Mädchen lügen nicht (Jay Asher)

Veröffentlicht 10. März 2021 von erlesenebuecher

Kassetten, Valentinstag & Stoppschild

Appetithäppchen: Als Clay Jensen aus der Schule nach Hause kommt, findet er ein Päckchen mit 13 Kassetten vor. Er legt die erste in einen alten Kassettenrekorder, drückt auf „Play“ – und hört die Stimme von Hannah Baker. Hannah, seine ehemalige Mitschülerin. Hannah, für die er heimlich schwärmte. Hannah, die sich vor zwei Wochen umgebracht hat. Mit ihrer Stimme im Ohr wandert Clay durch die Nacht, und was erhört, lässt ihm den Atem stocken. Dreizehn Gründe haben zu ihrem Selbstmord geführt. Dreizehn Personen hatten ihren Anteil. Clay ist einer davon…

Verfasser: Jay Asher bekam die Idee zu diesem Buch während einer Audioführung in einem Museum. Er war fasziniert von der Stimme in seinem Ohr, die ihm erklärte, was er sah. Sein erster Roman, „Tote Mädchen lügen nicht“, wurde weltweit zu einem sensationellen Erfolg. Der Autor lebt in Kalifornien.

[Goldmann (2009)]

Meine Meinung: Hannah Baker beging Selbstmord. Warum? Das entfaltet sie auf 13 Kassettenseiten. Jede Kassette ist einer Person aus ihrer Schule gewidmet und langsam entfalten sich die Gründe für ihren Selbstmord.

Der Aufbau der Geschichte lädt den Leser geradezu ein, an den Seiten zu hängen und das Buch nicht mehr zur Seite zu legen. Es lässt sich schnell weglesen und man ist fasziniert, welches gesellschaftliches Bild sich einem entfaltet.

Gleichzeitig begleitet man Clay auf einer nicht enden wollenden Nacht durch die Stadt. Er war mit Hannah irgendwie befreundet oder irgendwie auch nicht. Jedenfalls mochte er sie und er hört sich in dieser Nacht alle Kassetten an und verfolgt ihre Spur durch die Stadt.

Ich fand das Buch wirklich gelungen, fragte mich aber die ganze Zeit, was mit ihren Eltern war. Diese kommen fast gar nicht vor und das störte mich etwas. Nebenbei habe ich die Serie zu gucken begonnen und finde diesen Punkt dort besser gelöst. Anderes, zum Beispiel, dass Clay sich die Kassetten nicht in einer Nacht anhörte, störte mich.

Insgesamt lohnt sich die Geschichte als Buch und Serie, allerdings muss man natürlich eine Triggerwarnung aussprechen, was die in der Serie auch deutlich kommunizieren.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Frau Honig und die Schule der Fantasie (Sabine Bohlmann)

Veröffentlicht 10. März 2021 von erlesenebuecher

Lebenstraining, Wohlfühlwort & das schlaue Buch der schlauen Bücher

Appetithäppchen: Als Frau Honig an einem stürmischen Tag auf den Schulhof einer kleinen Schule geweht wird, staunt sie nicht schlecht. Denn sie wird sofort von der Rektorin in Empfang genommen und versehentlich als Vertretungslehrerin vor eine Schulklasse gestellt. Da Elsa Honig aber ihre freie Woche hat, nimmt sie diese Herausforderung an und freut sich darauf, einmal den Lehrplan ein wenig nach ihren Vorstellungen umzustricken. Denn wo ist das Fach Glück geblieben? Und auch Spaß steht nicht auf dem Stundenplan. Und wie soll man ein Gedicht schreiben, wenn man auf einem Stuhl im Klassenzimmer sitzt?

Verfasserin: Als Kind kam Sabine Bohlmann einmal zu spät zur Schule, da sie der Wind daran hinderte, um eine Hochhausecke zu kommen. Doch seitdem ist der Wind ihr Freund. So bläst sie es zwischen der Schauspielerein, dem Synchronstudio und ihrem Schreibtisch herum, und die Geschichten fliegen ihr zu wie Schmetterlinge – überall und zu allen Tages- und Nachtzeiten (dann eher wie Nachtfalter). Die Autorin ist sehr glücklich darüber, endlich alles aus ihrem Kopf herausschreiben zu dürfen. Auf ein blitzeblankes, weißes – äh – Computerdokument. Und das Erste, was sie tut, wenn ein neues Buch in der Post liegt: Sie steckt ihre Nase ganz tief hinein und genießt diesen wunderbaren Buchduft.

[Planet! (2020)]

Meine Meinung: Frau Honig hat eigentlich Urlaub, wird aber vom Wind vor eine Schule geweht und fängt dort gleich an Vertretungslehrerin an.

Es ist dieses Mal wirklich nur ein kleines Büchlein und nicht so ein schönes dickeres Buch, wie man es ansonsten von der Frau Honig-Reihe gewohnt ist. Irgendwie kamen wir deshalb auch nicht so ganz in die Geschichte rein. Es fehlte etwas der liebevolle Zauber.

An schönen, guten und lustigen Ideen fehlte es allerdings nicht, aber es wurde nicht persönlich bzw. familiär. Die Kinder blieben unpersönlich und nicht besonders liebenswert. Dadurch entstand keine Nähe zwischen Ihnen und Frau Honig. Das war natürlich realistisch, die Geschichte spielte dieses Mal in der Schule und nicht in einem Zuhause. Leider war auch Frau Honigs Kritik am Schulsystem realistisch, allerdings ist nun mal der normale Lehrer keine Frau Honig.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Monatsrückblick] Februar 2021

Veröffentlicht 5. März 2021 von erlesenebuecher

Banner

Den Monat begann ich in England. Erst in Wessex und Mercien des 1. Jahrhunderts, dann ging es nach Jocelyn St. Mary, um einen Kriminalfall zu lösen. In Wien ging es um die Liebe und in der Maiglöckchenstraße um Honig. Den Abschluss machte eine bewegende Reise zum Sandnerhof bei Nürnberg, Berlin und Auschwitz.

Die Uhtred-Saga 5 – Das brennende Land

Bernard Cornwell

511 Seiten

4 Punkte

Das Schicksal in Person

Agatha Christie

157 Seiten

4 Punkte

Naschmarkt

Anna Koschka

444 Seiten

4 Punkte

Frau Honig und das Glück der kleinen Dinge

Sabine Bohlmann

218 Seiten

5 Punkte

Ein neuer Himmel

Margit Steinborn

462 Seiten

5 Punkte

Das waren 1792 Seiten.

An diesen beiden Büchern kam ich diesem Monat nicht herum:

  1. Elfenkönigin (Bernhard Hennen)
  2. Bridgerton 1 – Der Duke & ich (Julia Quinn)

 

[Rezension] Ein neuer Himmel (Margit Steinborn)

Veröffentlicht 2. März 2021 von erlesenebuecher

Geige, Sägewerk & Erschaffung Adams

Appetithäppchen: Würzburg 1933: Kurz nach der Machtergreifung verliert die junge Jüdin Hannah Rosenberg ihre Stelle als Musiklehrerin. Auf dem abgelegenen Sandnerhof findet sie ein neues Zuhause für sich und die kleine Melina, aber auch auf dem Land wird es immer gefährlicher. Während Hannah ein Leben im Verborgenen führen muss, macht Peter Hagen, der Mann, den sie immer noch liebt, schnell Karriere im Reichsministerium. Als dem ehrgeizigen Juristen klar wird, dass er für den beruflichen Erfolg seine Seele verkauft hat, ist es fast zu spät für ihn, das Richtige zu tun…

Verfasserin: Margit Steinborn wurde 1964 geboren und ist in einem kleinen idyllischen Ort in Bayern aufgewachsen. Seit Abschluss ihres Fremdsprachenstudiums arbeitet sie als Übersetzerin und lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main. In ihrer Freizeit begeistert sich die Autorin für Musik, Geschichte, Malerei und Literatur. „Ein neuer Himmel“ ist ihr erster Roman.

[Tinte & Feder (2020)]

Meine Meinung: Ich habe schon viele Bücher aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs gelesen, aber selten eines, dass so einen Rundumschlag wie dieses liefert. Es geht um einen größeren Familien- und Freundeskreis, die in alle Lande und Bereiche verteilt sind. Da haben wir den Nazi, der später umdenkt, die Jüdin, welche deportiert wird, den Soldaten, der als Kriegsgefangener endet, das jüdische Mädchen, welches seiner Wurzeln beraubt wird, den Pfarrer, der heimlich Verfolgten hilft… Ganz viele Aspekte und Seiten werden erzählt.

Man könnte denken, die Autorin hat sich zu viel vorgenommen, jedoch geht sie sehr geschickt vor. Sie reduziert alles auf diese kleine Welt der immer gleichen Protagonisten, ohne aber die Gesamtsituation aus den Augen zu verlieren.

Der Leser durchlebt die Schrecken des Krieges, allerdings sehr geschönt. Natürlich gibt es Leid, Hunger, Tod und Verlust, die einem die Tränen in die Augen treiben und das Herz schmerzen lassen, aber die Charaktere bleiben sich selbst treu, sind immer immer nett und freundlich und alles ist untereinander so ohne Ende harmonisch, dass es mich eigentlich zum Kotzen bringen sollte, da es teilweise schon fast an einen kitschigen Heimatroman erinnert. Aber irgendwie habe ich das beim Lesen angenommen und als angenehm empfunden.

Natürlich ist es unrealistisch, dass es keinen Streit, keine Meinungsverschiedenheiten, keine Eifersüchteleien, keine bösen Gedanken usw. bei den Protagonisten gibt, aber andererseits lese ich auch Bücher über Drachen, Elfen, Zauberei, Zwergen o.ä. und beschwere mich nie darüber, dass es unrealistisch sei. Warum sollte es also nicht auch so ein Buch, wie das vorliegende, geben?

Und eines konnte das Buch: mich mitnehmen auf eine Reise durch die Wirren der damaligen Zeit, mich fesseln und zum Lachen und Weinen bringen. Das war sehr gut!

Bewertung: 5 von 5 Punkten