[Rezension] Im Land der Schokolade und Bananen (Karin Gündisch)

Veröffentlicht 26. Januar 2021 von erlesenebuecher

Wohnheim, Amtsdeutsch & Rumänien

Appetithäppchen: Ein fremdes Land ist unser Land für die rumänischen Aussiedlerkinder Ingrid und Uwe. Es ist das Land der Schokolade und Bananen, aber auch das Land, wo die Eltern Arbeit suchen und wo Ingrid und Uwe Freunde finden müssen. Für die beiden ist alles neu und aufregend: die Schule, wo es so ganz anders zugeht, als sie es gewohnt sind; das riesige Warenangebot, das sie fasziniert und verwirrt; vor allem aber die Begegnung mit den Nachbarn, den Mitschülern, den Leuten in der Stadt. Ingrid und Uwe überwinden Scheu und Angst. Sie leben sich ein, und sie gewinnen Freunde.

Verfasserin: Karin Gündisch, geb. 1948 in Cisnàdie (in Siebenbürgen), Rumänien, studierte Deutsch und Rumänisch in Bukarest. Dort arbeitete sie als Deutschlehrerin, nebenbei war sie freie Mitarbeiterin in der rumänisch-deutschen Presse, bei Rundfunk und Fernsehen, veröffentlichte Kindergeschichten und arbeitete an Deutsch-Lehrbüchern mit. Seit November 1984 lebt sie in der Bundesrepublik, zunächst in Freiburg, heute in Bad Krozingen. Für „Geschichten über Astrid“ erhielt Karin Gündisch den Peter-Härtling-Preis für Kinderliteratur 1984.

[Beltz & Gelberg (1987)]

Meine Meinung: Ich habe das Buch in meiner Grundschulzeit mal aus der Bücherei ausgeliehen und gelesen. Ich konnte mich lange noch daran erinnern, nicht unbedingt an die genaue Handlung, aber dass es großen Eindruck hinterlassen hat. Dann habe ich es mir vor etwa 20 Jahren gekauft und erneut gelesen. Nun habe ich es K1 vorgelesen und konnte mich selbst aber an kaum noch etwas erinnern.

Es geht um Uwe und Ingrid, die mit ihren Eltern aus Rumänien als Aussiedler nach Deutschland, in die BRD, kommen. Ich glaube, mich hat es damals vor allem berührt, da zu der Zeit die Grenzen geöffnet wurden und viele DDR-Bürger in meine Heimatstadt kamen und z.B. gerade Bananen als Symbol für Luxus und Freiheit angesehen wurden.

In dem Buch wird das Leben der vierköpfigen Familie im Wohnheim, die Schwierigkeiten in der Schule, die Arbeitslosigkeit der Eltern und der Neuanfang dargestellt. Ich empfand es nun als sehr bedrückend und traurig. Allerdings kommt ab und an Sorglosigkeit auf, wenn es um die Familie, Freunde und Bekannten geht.

Mein K1 konnte wenig mit dem Buch anfangen bzw. fand es eher traurig und befremdlich. Ich muss allerdings sagen, dass ich mich manchmal wundere, wie wenig Leichtigkeit und spaßige Dialoge ältere Kinder- und Jugendbücher, vor allem aus den 80ern, haben. Das war teilweise ganz schön harter Tobak. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich früher anscheinend oft Problembücher gelesen habe, aber irgendwie war das wohl auch die damalige Zeit (natürlich ausgenommen die wunderbaren Astrid Lindgren-Bücher). Es ging in den Büchern oft um schwierige Familien oder traurige gesellschaftliche Verhältnisse. Die heutigen Kinder- und Jugendbücher, auch mit etwas ernsterem Hintergrund, empfinde ich oft als leichter, witziger, liebevoller. Aber vielleicht kommt nur mir das so vor.

Am Ende des Buchs steht eine kurze Erklärung über Siebenbürger Sachsen. Das fand ich hilfreich, aber etwas kurz. Das Buch wird aber auch als Schullektüre benutzt. Das finde ich wiederum sehr passend, da viel drin steckt, was besprochen werden sollte und etliche Ansatzpunkte liefert.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

[Rezension] House of Night 5 – Gejagt (P. C. Cast/ Kristin Cast)

Veröffentlicht 26. Januar 2021 von erlesenebuecher

Schatten, Benediktinerinnenkloster & Medea

Appetithäppchen: Endlich scheint etwas Ruhe in Zoeys Leben eingekehrt zu sein. Doch schon bald wird sie von einer dunklen Gefahr bedroht. Kalona, Neferets neuer Liebhaber, hat das gesamte House of Night in seinen Bann gezogen. Und niemand scheint zu bemerken, welche böse Macht er besitzt. Zoey ahnt, dass der Schlüssel, den es braucht, um seinen immer stärker werdenden Einfluss zu brechen, in der Vergangenheit liegt. Aber was, wenn diese Vergangenheit Wahrheiten offenbart, denen Zoey sich nicht stellen will?

Verfasserin: P.C. und Kristin Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Sie leben beide in Oklahoma, USA. House of Night erscheint in über 40 Ländern und hat weltweit Millionen von Fans.

[Fischer (2012)]

Meine Meinung: Teilweise frage ich mich, warum ich diese Reihe noch weiter lesen, sie kann mich nicht so ganz überzeugen. Vieles stört mich, vieles empfinde ich als nicht ausgereift, die Protagonistin nervt mich und der Plot rund um Kalona finde ich nicht gelungen. Und trotzdem hält mich irgendetwas an der Stange. Zum einen ist der Schreibstil leicht und unterhaltsam, so dass man die Bücher relativ schnell weg lesen kann, und zum anderen mag ich diese ganze Clique rund um die Protagonistin Zoey. Auch finde ich die grundsätzliche Idee der Gezeichneten, der Schule und den Glaube an Nyx und die Elemente sehr spannend.

Allerdings spielt dieser Band leider zu wenig in der Schule, da hoffe ich sehr auf das nächste Buch, dass es wieder mehr Schulalltag gibt. Zoey und ihre Freunde sind vor Kalona und Neferet in die Höhlen zu den roten Jungvampyren geflüchtet. Dort schmieden sie einen neuen Plan mithilfe einiger aufschlussreicher Gedichte. Zoey wird von den Rabenspöttern schwer verletzt und nun muss schnell gehandelt werden. Sie müssen sich zurück zum Feind begeben…

Teilweise kam etwas mehr Ruhe in die Geschichte, der rote Faden war zu erkennen und zwischendurch gab es endlich mal nicht nur Action. Das fand ich in den letzten Bänden mehr als anstrengend.

Allerdings ist die Geschichte rund um Zoey und ihre Jungs, Eric, Heath und Stark, leider wohl noch lange nicht gegessen. Sie ist einmal in den einen verliebt und zwei Seiten später in den anderen. Zu dem einen hat sie so eine besondere Verbindung, aber zu dem anderen fühlt sie sich total hingezogen. Hilfe! Das nervt so ohne Ende und wirkt wie ein Kindergarten. Dadurch kann ich Zoey leider null ernst nehmen. Sie soll 17 sein, wirkt hier aber wie 12.

Wer mir mehr und mehr Spaß macht, ist allerdings Aphrodite. Ohne sie wäre das alles nur halb so nett. Die Zwillinge und Damien mit Freund wirken oft doch sehr eindimensional und entwickeln sich nicht weiter.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

Hier geht es zum 4. Teil

[Rezension] Und plötzlich war Frau Honig da (Sabine Bohlmann)

Veröffentlicht 24. Januar 2021 von erlesenebuecher

Tanz der Bienen, Ele Aurier & Sockenmemory

Appetithäppchen: So viel Spaß hatten sie noch nie! Davon sind Hugo, Betty, Camille und Theo Sommerfeld überzeugt. Denn seit das Kindermädchen Frau Honig mit ihrem Bienenschwarm bei ihnen eingezogen ist, ist jeder Tag ein Abenteuer! Wo Frau Honig geht und steht, sprießen duftende Blumen, der Kühlschrank füllt sich ganz von allein mit den allerfeinsten Köstlichkeiten und alle bösen Worte verschwinden schwuppdiwupps in einer Böse-Worte-Schublade. Doch am schönsten ist es abends, wenn sie auf einem fliegenden Teppich ins Bett gebracht werden. Auch Papa Sommerfeld merkt bald, was er an diesem ganz besonderen Kindermädchen hat, das alle verzaubert. Ein wunderschöner honiggelber und unvergesslicher Sommer beginnt…

Verfasserin: Nach ihrer Schauspielausbildung spielte Sabine Bohlmann in diversen TV-Filmen und Serien, unter anderem in der Vorabendserie „Marienhof“. Außerdem arbeitet sie als Synchronsprecherin und leiht Figuren wie Lisa Simpson und Schauspielern wie Vanessa Paradis ihre Stimme. 2004 erschien ihr erstes Buch „Ein Löffelchen voll Zucker“, viele weitere Ratgeber, Kinder-CDs und Kinderbücher folgten. Sabine Bohlmann lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in München.

[Planet! (2017)]

Meine Meinung: Frau Honig ist toll und wurde von meinen Kindern geliebt. Das Buch habe ich ihnen vorgelesen und es wurde sich jeden Abend auf das neue Kapitel gefreut. Nun fallen Beide gar nicht so sehr in das Alter der Zielgruppe, K2 ist etwas zu jung und K1 etwas zu alt. Aber gerade K1 war begeistert.

Frau Honig kommt unerwartet zu der Familie Sommerfeld, die aus einem Vater und vier Kindern besteht. Alles ist etwas chaotisch und läuft aus dem Ruder. Da ist es natürlich genau der richtige Moment für Frau Honig, die wieder Schwung ins Familienleben bringt und auch ansonsten für Abenteuer, leckeres Essen und (seelische) Pflaster sorgt.

Meinen Kindern machten vor allem Frau Honigs verrückte Ideen Spaß, gleichzeitig lernten sie noch einmal eine Menge über Bienen und ich fand die tiefere Botschaft („über den Schatten springen“) schön. Es war also für alle etwas dabei.

Natürlich erinnerte das Buch mich stark an Marry Poppins und Nanny McPhee, so dass für mich die Idee nicht neu war (deshalb nicht die volle Punktzahl). Aber diese alte Geschichte des zauberhaften Kindermädchens wurde in ein neues, aktuelles, liebevolles Gewand gesteckt und kam bei den Kindern – und das ist ja die Hauptsache – sehr gut an.

Der zweite Teil wurde schon gekauft. Frau Honig darf also weiter verzaubern…

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Neuanschaffungen] Woche #03

Veröffentlicht 22. Januar 2021 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Diese Buchreihe muss weitergelesen werden:

Elfenlicht (Bernhard Hennen)

Als ein Heer von Trollen Albenmark bedroht, zerschneidet Emerelle, Königin der Elfen, mit der Kraft ihrer Magie einen goldenen Albenpfad. Tausende Trollkrieger stürzen ins Nichts, das Reich der Elfen scheint gerettet. Mit ihrer Tat hat Emerelle jedoch auch das goldene Netz zerstört, das einst die Alben zum Schutz ihrer Nachkommen woben. Schatten dringen ins Herzland und suchen nach den Seelen, um sich diese einzuverleiben. Emerelle schickt Ollowain, ihren Schwertmeister, an der Seite einer Koboldin nach Iskendria, um die Hüter des Wissens zu befragen. Doch die Schatten lauern überall und mit ihnen eine Bedrohung, die sich bis in das Fjordland erstreckt. Und plötzlich scheint nicht dem Schwertmeister Ollowain, sondern den Kindern des Menschenkönigs Alfadas die Schlüsselrolle im Kampf gegen den uralten Feind, der sich in den Schatten verbirgt, zuzufallen: Melvyn, dem Wolfselfen, der seinen Vater nie kennen lernte, Ulric, dem geheimnisvollen Thronerben, und der jungen Jägerin Kadlin, die nicht ahnt, welch Blut in ihren Adern fließt. Sie alle werden in ein Abenteuer verstrickt, das Menschen und Elfen vor eine schreckliche Wahl stellt, denn ein Reich ist dem Untergang geweiht – Albenmark oder Fjordland… [Wilhelm Heyne Verlag (2006)]

[Rezension] Frühling, Sommer, Herbst und Tod (Stephen King)

Veröffentlicht 16. Januar 2021 von erlesenebuecher

Gesteinshammer, Lammragout & Blaubeerpasteten

Appetithäppchen: Stephen King hat seiner erstmals 1982 erschienenen Novellensammlung das Motto „It is the tale, not he who tells it“ vorangestellt. Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler. Jede dieser längeren Geschichten ist kurz nach Fertigstellung eines Romans geschrieben worden, und jede enthält Elemente von Horror, auch wenn sie sich nicht alle vier gleichermaßen dem Genre zuordnen lassen. „Atemtechnik“ ist die grausige Geschichte einer Frau, die ihr Kind zur Welt bringen will, ganz gleich, was geschieht. „Der Musterschüler“ beschreibt die Faszination, die das Böse ausübt, am Beispiel eines netten aufgeweckten Jungen, der unversehens mit den Greueltaten der Nazis konfrontiert wird und dann selbst zu morden beginnt. „Pin-up“ erzählt von einem ungewöhlichen Gefängnisausbruch. Höhepunkt in King bisherigem Schaffen aber stellt der stark autobiographisch gefärbte Kurzroman „Die Leiche“ dar, der vier Großstadtjungen auf Entdeckungsreise in den Mittelpunkt stellt. Der Protagonist wird später Schriftsteller, der glücklich verheiratet ist und mit Horrorgeschichten Millionen verdient – wie sein geistiger Vater.

Verfasser: Stephen King alias Richard Bachmann gilt weltweit unbestritten als der Meister der modernen Horrorliteratur. Seine Bücher haben eine Weltauflage von 100 Millionen weit überschritten. Seine Romane wurden von den besten Regisseuren verfilmt. Geboren 1947 in Portland/ Maine, schrieb und veröffentlichte er schon während seines Studiums Science-Fiction-Stories. 1973 gelang ihm mit „Carrie“ der internationale Durchbruch. Alle folgenden Bücher („Friedhof der Kuscheltiere“, „Es“, „Sie“, „Christine“ u.v.a.) wurden Bestseller. Stephen King lebt mit seiner Frau, der Schriftstellerin Tabitha King, und drei Kindern in Bangor/ Maine.

[Wilhelm Heyne Verlag (1992)]

Meine Meinung: Vier von Steven Kings besten Kurzgeschichten bzw. Novellen in einem Buch, das musste ich endlich lesen.

1. Pin-up

Dies ist die Geschichte einer Freundschaft zwischen Red und Andy, die über viele Jahrzehnte im Gefängnis spielt. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts kommt Andy ins Gefängnis, er soll seine Frau und ihren Geliebten umgebracht haben. Andy ist anders als die anderen Insassen, er war vorher Banker und kennt sich mit Geld aus. Diesen Vorteil nutzt er und bekommt eine Sonderstellung unter den Gefangenen, z.B. erledigt er die Steuer der Aufseher und des Leiters. Ein anderes Hobby, welches er ausübt, beschäftigt sich mit Steinen und Mineralien. Er sammelt sie, poliert sie und macht daraus kleine Figuren. Aber er hat die Hoffnung auf die Freiheit noch nicht aufgegeben…

Eine eindringliche Geschichte, bei der vor allem die Darstellung der beiden Protagonisten brilliert, aber auch die Zeit und der ganze Plot ist wunderbar geschrieben, wie man das von King gewohnt ist.

Die Geschichte wurde verfilmt und ich habe den preisgekrönten Film erst nach dem Lesen das erste Mal gesehen. Auch der Film „Die Verurteilten“ ist sehr zu empfehlen!

2. Der Musterschüler

Das war eine sehr gute Geschichte, die mich sehr mitgenommen hat. Ich habe sogar von der Geschichte geträumt. Sehr eindringlich!

Der Jugendliche Todd erkennt einen alten Naziverbrecher, der unter falscher Identität lebt und erpresst ihn, ihm alles über die Zeit des Nationalsozialismus, aber vor allem über die Konzetrstionslager und die Tötung der Juden zu erzählen.

Das Böse nahm Gestalt an und ich fühlte richtig, wie es auf Todd überstieg. Ich habe mich zwischendurch gegruselt und musste abends im Bett ab und an doch ein anderes Buch lesen. Aber vor allem die Thematik fasziniert eben doch, genau das, was King darstellt, schwebt auf einen über. Ekelhaft, aber eben faszinierend.

Ich habe mir auch eine Dokumentation über die Nürnberger Prozesse angesehen und vor etwa 5 Jahren habe ich ebenfalls interessiert den Prozess gegen Oskar Gröning verfolgt. Viele interessante ethische Fragen und Konflikte tauchen auf. Welches ist die richtige, gerechte Strafe?  Spielt die vergangene Zeit eine Rolle? So viele Täter gingen dem Gericht durch die Lappen, wurden wiederum gar nicht bestraft. Und trotzdem waren vor allem die Nürnberger Prozesse natürlich gerade symbolisch für die Demokratie so wichtig.

3. Die Leiche

Ich habe den Film als Teenager gesehen und er hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Nicht nur die Schauspieler waren grandios und bekannt, auch die Story hinterließ Spuren.

Vier Jungen machen sich auf den Weg eine Leiche zu sehen, aber dieser Weg wird kein leichter sein. Viele Gefahren, Abenteuer sind zu bestehen und verändern einen Teil der Jungen. Gleichzeitig wird deren Lebensgeschichte erzählt, das Verhältnis zu deren Eltern, Geschwistern und der Gesellschaft wird durchleuchtet.

Und wer kann es genialer als Stephen King, der einfach ein Händchen für Charakterdarstellung und – entwicklung hat. Diese Geschichte ist anscheinend stark biographisch, eventuell nimmt sie daher ihre unverkennbare Stärke. Großes Kino, sowohl auf den Seiten, als auch auf dem Bildschirm.

4. Atemtechnik

Eine in meinen Augen irgendwie andere Stephen King-Geschichte. Klar der Außenbau ist vertraut.

Es geht um einen Mann, der seit Jahren eine Art Altherren-Klub besucht, allerdings ist dort irgendwas faul. Das Gebäude, die Einrichtung und der Butler/Poitier… man weiß es nicht und sollte wohl auch nicht nachfragen. Aber in dem Klub werden Geschichten erzählt und einer dieser Geschichte stellt den Kern dieser Kurzgeschichte dar und diese ist eben anders.

Eine schwangere, unverheiratete Frau möchte ihr Kind in den 30er Jahren zur Welt bekommen, das führt zu gesellschaftlichen Schwierigkeiten, aber in ihrem Frauenarzt findet sie einen guten Freund, der neue Techniken der Geburtsmedizin verfolgt, so eben eine besondere Atemtechnik, die damals neu war (heutzutage natürlich bekannt). Kurz vor der Geburt passiert allerdings etwas Schreckliches, aber gleichzeitig so Wunderbares, entsetzlich Faszinierendes…

Von der Geschichte kam ich schwer los.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

[Rezension] Elfenwinter (Bernhard Hennen)

Veröffentlicht 16. Januar 2021 von erlesenebuecher

Wolfspferd, Trollschamanin & Windsänger

Appetithäppchen: Von ihrem jubelnden Volk umgeben zieht die ebenso schöne wie kühle Königin der Elfen, Emerelle, zum sagenhaften Fest der Lichter, bei dem die Fürsten aller Elfenstämme Albenmarks ihre Macht bestätigen sollen. Doch unter der glitzernden Oberfläche der Feierlichkeiten schwelen Unzufriedenheit und Machtgier. Zwei Mordanschläge hat die Elfenkönigin nur durch eine glückliche Fügung des Schicksals überlebt. Dennoch versucht Ollowain, der Kommandant ihrer Leibwache, die Herrscherin vergeblich davon abzuhalten, an dem Fest teilzunehmen. Ollowain hegt den Verdacht, dass der Auftraggeber für den Mord unter den Elfenfürsten selbst zu finden ist. In seiner Verzweiflung wirbt er Silwyna an, eine geheimnisvolle und unfehlbare Bogenschützin aus dem Elfenstamm der Maurawan. Als ein Pfeil erneut die Königin nur um Haaresbreite verfehlt, befällt Ollowain ein schrecklicher Verdacht. Treibt Silwanya ein doppeltes Spiel? Hat er Emerelles Feinde gar mit den Informationen versorgt, wann die Königin am verwundbarsten wird? Es folgt eine Nacht der Schrecken, in der ein seit Jahrhunderten gewonnen geglaubter Krieg erneut aufflammt. Während Ollowain einen Mörder jagt, erscheint ein Heer vor den Toren der Stadt und reißt Albenmark wie auch das Menschenreich im Fjordland in einen Strudel von Tod und Vernichtung. Es ist die Zeit, in der Alfadas, der Sohn des legendären Mandred Menschensohn, beweisen muss, ob er das Zeug zum Helden hat wie einst sein Vater. Und es ist die Zeit, in der er sich endgültig entscheiden muss, ob er in die Welt der Menschen oder Elfen gehört. Denn in beiden Welten gibt es eine Frau, die ihn liebt…

Verfasser: Bernhard Hennen, 1966 geboren, studierte Germanistik, Geschichte und Asiatische Altertumskunde. Mit dem Auftakt zu seiner atembraubenden Elfen-Saga, „Die Elfen“, stürmte der Autor zahlreicher phantastischer und historischer Romane in kürzester Zeit die Bestsellerlisten und schrieb sich an die Spitze der deutschen Fantasy-Autoren. Bernhard Hennen lebt mit seiner Frau und seiner kleinen Tochter in Krefeld.

[Wilhelm Heyne Verlag (2006)]

Meine Meinung: Ich liebe die „Herr der Ringe“-Filme! Ich mag auch die Bücher, aber die Filme finde ich grandios. Eines der wenigen Projekte, bei denen ich wirklich den Film bzw. die Filme besser fand als das Buch. In den Filmen taucht man völlig in die Welt von Mittelerde ein und erlebt die Abenteuer mit den Gefährten.

Ein wenig ähnlich ging es mir mit diesem Buch. Ich fand es wirklich richtig gut! Ich konnte ins Geschehen eintauchen und verfolgte voller Spannung die Abenteuer in Albenmark und der Menschenwelt, zitterte mit Alfadas und Ollowein, war aber genauso gespannt, was der Troll Orgrim als nächstes vorhaben würde. Die Handlung war in verschiedene Episoden eingeteilt und meist, wenn es am spannendsten war, wurde der Ort der Handlung erstmal verlassen, um später wieder dorthin zu kommen.

Vor allem habe ich mich über das Buch gefreut, da ich den ersten Band etwas überwältigend und den Plot an sich nicht so fesselnd fand. Das war hier nicht so. Es war für mich durch und durch eine runde Sache und ich kam gut mit den Protagonisten und der Handlung klar. Der rote Faden war zu erkennen, ohne eindimensional zu sein. Es wurde auch nicht allzu viel in den Welten umher gesprungen und vor allem nicht in den Zeiten wie im ersten Band.

Es geht vor allem um Alfadas, der Mensch, der bei den Elfen aufgewachsen ist, der nun den Elfen mit einer Armee von Menschen zur Hilfe eilt, da ein Krieg mit den Trollen ansteht. Im tiefsten Albenmark-Winter kämpfen Menschen und Elfen gemeinsam gegen die Trolle, der Kampf scheint aussichtslos. Währenddessen ist die Königin der Elfen, Emerelle, in einem tiefen Schlaf in der Menschenwelt, aber auch dort kommen die Trolle hin…

Nicht nur diese Gesamtgeschichte ist gelungen. Der Leser wird auch in die Welt der Trolle mitgenommen und der Feind ist nicht einfach nur böse. Gerade diese nicht vorhandene Schwarz-Weiß-Sicht ist sehr erfrischend. Gleichzeitig geht es auch um Alfadas Liebesleben, der zwischen zwei Frauen steht, und den Kampf seiner Familie – wie gesagt, ich bin begeistert. Ich hätte nicht gedacht, dass der zweite Teil den ersten schlägt. Hoffentlich geht es so im dritten weiter…

Bewertung: 5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 1. Teil

[Neuanschaffungen] Woche #01

Veröffentlicht 4. Januar 2021 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Nachträgliches Weihnachtsgeschenk:

Magisterium 1 – Der Weg ins Labyrinth (Holly Black/ Cassandra Clare)

Geschlagen mit einem lahmen Bein und einer scharfen Zunge ist der zwölfjährige Callum nicht gerade der beliebteste Junge auf dem Planeten. Doch das ist erst mal sein geringstes Problem. Denn just in diesem Moment befindet er sich auf dem Weg ins Magisterium. Der unterirdischen Schule für Zauberei. Ein dunkler und geheimnisvoller Ort. Dort soll er bei Master Rufus, dem mächtigsten Magier der Schule, in die Lehre gehen. Doch alles, was Call über ihn und das Magisterium weiß, lässt ihn befürchten, dass er das erste Schuljahr nicht lebend überstehen wird… [one (2014)]

Mein Lesejahr 2020

Veröffentlicht 2. Januar 2021 von erlesenebuecher

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Ich habe im vergangenen Jahr 61 Bücher gelesen und fand viele richtig gut. Leider waren es nicht so viele wie erhofft, aber der Alltag hindert mich immer wieder daran.

Hier meine fünf Highlights des letzten Jahres:

Die Stadt der Träumenden Bücher

(Walter Moers)

„Es passiert wieder so viel, die Einfälle Moers sind genial und die Charaktere detailliert und liebevoll gestaltet. Es war ein Genuss!“

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Gute Geister

(Kathryn Stockett)

„Ich liebe Bücher, von denen man nicht loskommt, die einen den ganzen Tag beschäftigen und man sich manchmal fragt, was würde der Protagonist jetzt machen. Das sind Bücher, die einen gefangen nehmen und unter die Haut gehen. Genau so ein Buch ist „Gute Geister“.“

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Der Name des Windes

(Patrick Rothfuss)

„Hier haben wir also wieder eine Fantasy-Buchreihe und einiges ist auch bekannt, so ganz kann man das Rad ja nicht neu erfinden. Aber man kann es wirklich rund machen und faszinierende Verzierungen reinschnitzen. Das ist Herrn Rothfuss auf jeden Fall gelungen.“

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Göttlich verdammt

(Josephine Angelini)

„Es machte so unglaublich viel Spaß das Buch zu lesen und man tauchte völlig ein in Angelinis Welt, die viel Vertrautes aber eben auch so viel Neues, Aufregendes mit sich brachte. Der Schreibstil wusste zu fesseln und die Seiten flogen nur so dahin.“

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Wir Kassettenkinder

(Stefan Bonner/ Anne Weiss)

„Insgesamt kam das Gefühl der Kindheit wieder hoch. So war das Buch eine gelungene Zeitreise für mich, lässt aber auch ein bisschen Wehmut zurück. Zum einen, da man manches vermisst, und zum anderen, da man leider merkt, wie alt man ist.“

 

[Monatsrückblick] Dezember 2020

Veröffentlicht 2. Januar 2021 von erlesenebuecher

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Im letzten Monats des Jahres reiste ich noch einmal viel umher trotz Lockdown. Die Weihnachtstimmung startete in Letherby und London, dann ging es von New York nach Dorincourt. Anschließend reiste ich von Weimar nach Berlin, dann erneut nach London und weiter nach Seattle. Ohne Weihnachtsstimmung ging es auf die Straße einer deutschen Großstadt, bevor es dann ins vertraute Caldwell ging. Mit einigen Jugendlichen verbrachte ich ihre Pubertät in den Weinbergen und mit Anton Zeit u.a. in der Grundschule und im Altersheim. Den Abschluss machte die in diesem Jahr bestimmende Corona-Zeit.

Christmas Shopaholic

Sophie Kinsella

506 Seiten

4,5 Punkte

Der kleine Lord

Frances Hodgson Burnett

182 Seiten

4 Punkte

Schiefer die Socken nie hingen

Ulrike Herwig

290 Seiten

5 Punkte

Sackgasse Freiheit

Jana Frey

189 Seiten

4 Punkte

Black Dagger 34 – Winternacht

J. R. Ward

400 Seiten

4 Punkte

Frühlings Erwachen

Frank Wedekind

68 Seiten

4 Punkte

Anton hat Zeit

Meike Haberstock

108 Seiten

4 Punkte

Ich glaube, ich hatte es schon – Die Corona-Chroniken

Michael Mittermeier

119 Seiten

2,5 Punkte

Das waren 1862 Seiten.

Großartige Bücher sind zu mir gekommen und sprengen meinen SuB:

  1. Auerhaus (Bov Bjerg)
  2. 24 gute Taten (Jenny Fagerlund)
  3. Black Dagger 34 – Winternacht (J. R. Ward)
  4. Ada (Christian Berkel)
  5. House of Night 5 – Gejagt (P. C. Cast/ Kristin Cast)
  6. Der Seidenspinner (Robert Galbraith)
  7. Seefahrt mit Huhn (Guirec Soudée)
  8. Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters (Tilman Rammstedt)
  9. Ich glaube, ich hatte es schon – Die Corona-Chroniken (Michael Mittermeier)
  10. Silo (Hugh Howey)
  11. Ein todsicherer Job (Christopher Moore)
  12. Der weiße Tiger (Arvind Adiga)

[Rezension] Ich glaube, ich hatte es schon – Die Corona-Chroniken (Michael Mittermeier)

Veröffentlicht 2. Januar 2021 von erlesenebuecher

Hirnwurst, Autokino & Weißwein

Appetithäppchen: Als James Bond seine Film-Weltpremiere wegen Corona verschob, hätten wir es wissen müssen: Jetzt wird es ernst. Und… komisch. Michael Mittermeier erzählt wahre und saulustige Geschichten aus dem Alltag in Zeiten der Pandemie und geht den Dingen auf den Grund: Was kann man in Eltern-WhatsApp-Gruppen fürs Leben lernen? Wieso sollte man sich nie mit seiner Tochter bei den Mathehausaufgaben anlegen? Ist es für Prominente vorteilhaft, mit Maske einzukaufen? Sind die Virologen die neuen Superhelden? Und: Was machen wir jetzt mit der ganzen Hefe?

Verfasser: Michael Mittermeier, geboren 1966, hat mit seinen Soloprogrammen „Zapped“, „Back to Life“, „Paranoid“, „Safari“, „Achtung, Baby!“, „Blackout“, „Wild“ und „Lucky Punch“ Millionen Zuschauer in Deutschland, Österreich und der Schweiz begeistert. Seit vielen Jahren spielt er seine englischsprachigen Programme erfolgreich in aller Welt. Seine Bücher „Achtung, Baby!“ und „Die Welt für Anfänger“ standen monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

[Kiepenheuer & Witsch (2020)]

Meine Meinung: Nun bin ich kein großer Michael Mittermeier Fan, ich fand ihn immer etwas zu aufgedreht, aber er störte mich auch nicht besonders. Sein Buch „Achtung, Baby!“ habe ich damals gelesen und fand es ganz nett. Allerdings kann ich ohne Weiteres verstehen, dass er nun noch ein Buch schreibt. Die Coronazeit ist für die Kulturbranche furchtbar und ich finde diese durchaus systemrelevant und kann nur verstehen, dass man a) irgendwohin muss mit seinen künstlerischen, in diesem Fall wohl witzigen, Gedanken und b) Geld verdienen muss. Nun ist der Herr Mittermeier natürlich in der glücklichen Lage bekannt genug zu sein, dass er in Autokinos oder im TV auftreten kann. Er wird also nicht verhungern. Dieses Privileg ist leider nicht allen Künstlern gegönnt (also z.B. in Autokinos aufzutreten, nicht zu verhungern).

Es geht in diesem Büchlein um die momentane Coronakrise. Ich habe es geschenkt bekommen und dachte, lese ich es gleich, noch ist es aktuell. Tja, allerdings war es nicht besonders viel Neues und leider fand ich es auch nicht besonders lustig. Nicht einmal musste ich lachen oder gar schmunzeln. Nun bin ich norddeutsch und der Mittermeier so gar nicht.

Klar, war es nett, die Dialoge mit seiner Tochter zu lesen, das sind auch die Szenen, die am meisten ziehen, aber da nimmt er eben den Kinder-, Familienbonus mit. Mit schalem Nachgeschmack habe ich die ganzen Hinweise auf den Weißwein empfunden. Musste er wirklich so flach werden. Klar, wie lustig, diese Krise kann man immer nur mit Alkohol überwinden, Als Familie im Lockdown zusammen… oh Alkohol… Homeschooling, welch Herausforderung… oh Alkohol. Mensch, welch grandiose Pointe… nicht! Fand ich ein wenig erbärmlich, dass er das mitnehmen musste.

Aber das Büchlein war schnell zu lesen, wie gesagt, das Thema ist aktuell und kann durchaus als Geschenk in der heutigen Zeit durchgehen.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten