[Rezension] Cocktail mit einem Vampir (Michele Bardsley)

Veröffentlicht 22. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Feuer, Seelenumwandlerin & PRIS

Appetithäppchen: Werwölfe, Elfen und Dämonen: Es gibt sie wirklich! Kaum in Broken Heart angekommen, lernt die paranormale Ermittlerin Libby Monroe reihenweise die schillerndsten Kreaturen der Nacht kennen, muss gegen feuerspeiende Drachen kämpfen und trifft längst totgeglaubte Untote wieder. Und nicht nur das: Sie verliebt sich auch noch Hals über Kopf – ausgerechnet in einen Vampir. Hätte ihr das jemand vorher erzählt, sie hätte denjenigen glatt für verrückt erklärt! Aber der alleinerziehende Vater Ralph Genessa ist einfach unwiderstehlich…

Verfasserin: Die preisgekrönte Autorin Michele Bardsley denkt sich fiktionale Welten aus, weil die Realität manchmal einfach keinen Spaß macht. Warum ist es zum Beispiel bis heute niemandem gelungen, kalorienfreie Schokolade herzustellen? Das wäre doch mal was! Mit ihrem Ehemann, zwei Kindern und drei verwöhnten Katzen lebt Michele in Tulsa, Oklahoma.

[MIRA (2010)]

Meine Meinung: Libby, deren Familie an das Übernatürliche glaubt und die paranormalen Wesen verfolgt, trifft plötzlich wahrhaftig auf Vampire, Werwölfe, Zombies und Drachen. Nun wird sich zeigen, ob sie gut gerüstet ist. Ralph, der alleinerziehende Vater, möchte Libby erst retten und versucht dann sie zu unterstützen, da es ein Drache auf sie abgesehen hat. Allerdings ist auch Libby nach einem Angriff nicht mehr menschlich. Es entflammt eine Liebe…

Tja, Flammen ist ein gutes Stichwort. Es ging in diesem Buch hauptsächlich um Feuer, Feuer und Feuer und dann auch noch um Feuer. Vor lauter Flammen blieb die Handlung und die Charakterdarstellung im Schatten. Das lief in den letzten Bänden weitaus besser. Hier allerdings: Der Plot wirkt unausgegoren, die Handlung besteht aus einem Feuerangriff nach dem anderen, die Liebesgeschichte ist mehr als blass und die Charaktere entwickeln sich kaum. Dabei ist Libbys Hintergrundgeschichte gar nicht so schlecht und uninteressant, das Potenzial wird aber nicht ausgeschöpft. Es tauchen zu viele Personen auf, die man vergessen hat und deren besondere Fähigkeiten eventuell wichtig sein könnten, allerdings hat man die nicht mehr auf dem Schirm und nur ab und an wird der Leser daran erinnert.

Schade, die Idee der Buchreihe fand ich gelungen, jedoch nahm die Qualität ab. Nun ist es vorbei, ich fühlte mich unterhalten, bin aber nicht traurig über den Abschied.

Bewertung: 2,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 3. Teil

[Neuanschaffungen] Woche #43

Veröffentlicht 22. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Nachträgliche Geburtstagsgeschenke:

Ein neuer Himmel (Margit Steinborn)

Würzburg 1933: Kurz nach der Machtergreifung verliert die junge Jüdin Hannah Rosenberg ihre Stelle als Musiklehrerin. Auf dem abgelegenen Sandnerhof findet sie ein neues Zuhause für sich und die kleine Melina, aber auch auf dem Land wird es immer gefährlicher. Während Hannah ein Leben im Verborgenen führen muss, macht Peter Hagen, der Mann, den sie immer noch liebt, schnell Karriere im Reichsministerium. Als dem ehrgeizigen Juristen klar wird, dass er für den beruflichen Erfolg seine Seele verkauft hat, ist es fast zu spät für ihn, das Richtige zu tun… [Tinte & Feder (2020)]

_______________________________________________________________________________________________________________

Feuertaufe (Andrzej Sapkowski)

In Nilfgaard wird die Verlobung des Kaisers mit Cirilla, der Thronerbin von Cintra, proklamiert. Aber handelt es sich wirklich um die echte Ciri? Geralt, halbwegs von seinen schweren Verletzungen genesen, macht sich auf den Weg nach Nilfgaard. Immer wieder zeigen ihm Wahrträume, dass Ciri in höchster Gefahr ist… [dtv (2009)]

_______________________________________________________________________________________________________________

Das Steinerne Licht (Kai Meyer)

Seit der Zauber der Fließenden Königin den Mächten des Bösen weichen musste, herrschen in Venedig Furcht und Trauer. Meerjungfrauen und Meisterdiebe, Sphinxe und Zauberpriester, sie alle ahnen, dass einzig Merle das Schicksal der Lagunenstadt wenden kann. Und während die Freunde in den Palästen Venedigs um ihre Freiheit kämpfen, fliegt Merle auf dem Rücken eines Löwen durch kilometertiefe Abgründe zur Achse der Welt. Hier, im Reich des steinernen Lichts, muss sie eine Entscheidung treffen – zwischen alten Freundschaften und dem Frieden für die ganze Welt. [Wilhelm Heyne Verlag (2004)]

[Rezension] Everlasting – Der Mann, der aus der Zeit fiel (Holly-Jane Rahlens)

Veröffentlicht 21. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Rubik, Quant & Handschrift

Appetithäppchen: Man schreibt das Jahr 2264. Gefühle sind unerwünscht, die Liebe ist ausgestorben. Die Geburtenrate ist gefährlich gesunken. Der junge Historiker und Sprachwissenschaftler Finn Nordstrom, Spezialist für die inzwischen tote Sprache Deutsch, erhält den Auftrag, die 250 Jahre alten Tagebücher eines jungen Mädchens aus dem Berlin des 21. Jahrhunderts zu übersetzen. Öde, findet er. Und albern. Doch dann ist er zunehmend fasziniert von dem Mädchen, das quasi vor seinen Augen erwachsen wird. Schließlich soll Finn in einem Virtual-Reality-Spiel in der Zeit zurückreisen, um das Mädchen zu treffen. Ohne es zu wissen, wird er damit zum Versuchskaninchen der Spieleentwickler. Warum schicken sie ausgerechnet ihn, den Fachmann für tote Sprachen, in die Zeit kurz vor Ausbruch der großen Epidemie? Und was ist das für ein sonderbares Gefühl, das ihn überkommt, wenn er der jungen Frau begegnet? Bald muss Finn sich entscheiden – für die Liebe oder für die Zukunft…

Verfasserin: Holly-Jane Rahlens kam nach dem Studium der Literaturwissenschaft und Theatre Arts aus ihrer Heimatstadt New York nach Berlin. Mit Funkerzählungen, Hörspielen und Solo-Bühnenshows machte sie sich dort in den achtziger und neunziger Jahren einen Namen. Außerdem arbeitete sie als Radiomoderatorin und Fernsehjournalistin. Ihr Jugendbuch „Prinz William, Maximilian Minsky und ich“ wurde 2003 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet und kam 2007 in einer Drehbuchadaption der Autorin ins Kino. Sie lebt heute in Berlin-Charlottenburg.

[Rowohlt Verlag (2012)]

Meine Meinung: Schön, dass es immer wieder Bücher gibt, die mich überraschen. So wie dieses!

Ein Jugendbuch mit rosa Umschlag, einer Parfümflasche auf dem Cover und es geht um eine Liebesgeschichte mit einer Zeitreise verbunden. Das hört sich nett an, aber eben auch nicht mehr. Und trotzdem fand ich das Buch großartig, es hat alles, was man sich von einer unterhaltsamen Lektüre wünschen kann. Insgesamt eine runde Geschichte, die keine Schwächen zeigt, welche spannend, voller Gefühl und gleichzeitig so faszinierend war, da die Autorin ganz neue Ideen verpackte, die ich vorher noch nicht gelesen habe.

Die Geschichte spielt im Jahr 2265. Der Dark Winter hat die Erde verändert, im Jahr 2018 gab es eine große Epidemie (wie aktuell), die fast die komplette Menschheit vernichtete. Aber auch die Gesellschaft und die Sprache hat sich gewandelt. Der Alltag ist anders, und hier findet man all die klasse Idee, die einen staunend und nachdenklich zurücklassen. Das machte großen Spaß!

Gleichzeitig gab es diese Liebesgeschichte, die obwohl ich nicht in die Zielgruppe passe, mich völlig mitgenommen hat und ich sogar ein paar Tränchen verdrücken musste. Was möchte man mehr? Die Protagonisten mochte ich, alle waren interessant und undurchschaubar, keiner nervte und es gab unerwartete Wendungen.

Insgesamt ein Buch, das mir im Gedächtnis bleiben wird und das ich absolut empfehlen kann.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

[Neuanschaffungen] Woche #42

Veröffentlicht 13. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Interessante Biographien:

The Dirt – Sie wollten Sex & Drugs & Rock ‚N‘ Roll (Mötley Crüe/ Strauss, Neil)

Drogeneskapaden, wilde Sexabenteuer, kaputte Hotelzimmer, Schlägereien und Gefängnisaufenthalte. Wer glaubt, schon alles über Rock ‚N‘ Roll-Exzesse zu wissen, kennt entweder Mötley Crüe nicht oder hat dieses Buch nicht gelesen. Die amerikanische Hardrockband hat seit ihrer Gründung Anfang der 80er Jahre alles unternommen, um den bekannten Rockstar-Klischees die Krone aufzusetzen. Heil herausgekommen sind die vier dabei nicht immer – großen kommerziellen Erfolgen stehen private Katastrophen gegenüber, ausverkauften Tourneen folgten Konzerte in kleinen Clubs, Ehen wurden zur schlagenden Verbindung und endeten nicht selten im Knast. Und trotzdem haben Mötley Crüe überlebt. Gemeinsam mit Bestsellerautor Neil Strauss gelang ihnen mit „The Dirt“ eine unglaublich wilde, unterhaltsame und grandios witzige Bandchronik. [Heyne (2006)]

_______________________________________________________________________________________________________________

Schlangen, Guillotinen und ein elektrischer Stuhl – Meine Abenteuer mit der Alice Cooper Group (Dennis Dunaway)

Dennis Dunaway, Bassist, Mitbegründer und Protagonist des legendären Schock-Rocks, erzählt die Geschichte von Alice Cooper – einer der visuell schrillsten Bands der Rockgeschichte. Er berichtet von legendären Auftritten, ausschweifenden Partys und der Komposition unvergesslicher Hits wie „School’s Out“, „I’m Eighteen“ oder „Elected“. Auftritte in schäbigen Clubs, auf Militärbasen und später in ausverkauften Stadien und Konzerthallen in aller Welt führten Dunaway 2011 schließlich in die Rock and Roll Hall of Fame. Durch seinen eingängigen Schreibstil lässt der Autor die Ära der Sechziger- und Siebzigerjahre wiederauferstehen, in der Rockmusik die Welt noch provozierte, bewegte und veränderte. Die Lektüre seiner spannenden Band-Biografie lässt sich mit einer Achterbahnfahrt zwischen den düsteren Welten Alice Coopers und den höchsten Höhen des Erfolgs beschreiben. [Hannibal (2016)]

[Rezension] Der Ruf des Kuckucks (Robert Galbraith)

Veröffentlicht 13. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Balkon, Uzi & Campingliege

Appetithäppchen: Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen. Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch Strike ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während er immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert Strike Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr…

Verfasser: Robert Galbraith ist das Pseudonym von J. K. Rowling, Autorin der Harry-Potter-Reihe und des Romans „Ein plötzlicher Todesfall“.

[blanvalet (2013)]

Meine Meinung: J. K. Rowling hat wegen ihren Äußerungen zum Genderthema bei mir gerade einen schlechten Beigeschmack, aber ich versuche Werk und Künstler zu trennen.

Hier haben wir also den ersten Band der Krimireihe rund um den Privatdetektiv Cormoran Strike. Diesen hat J. K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht, dieses Geheimnis hielt aber nur ein paar Monate.

Eines wurde mir sofort zu Beginn des Buches klar bzw. wurde mal wieder bestätigt: Was Frau Rowling auf jeden Fall kann, sind Charaktere erstellen und darstellen. Comoran Strike ist großartig konzipiert. Er ist auf den ersten Blick nicht gerade der Superheld, er ist eher dick, klobig, rau und verschlossen. Andererseits hat er einen wachen Geist, einen interessanten Background und ist irgendwie liebenswert. Dazu kommt seine charmante, clevere, zurückhaltende Sekretärin und jede Menge anderer vielschichtiger Charaktere, die sofort zu fesseln wissen und die Geschichte dreidimensional ausschmücken.

Der Fall selbst ist auch nicht ohne. Ein berühmtes Model stürzt vom Balkon und alle gehen davon aus, dass es Selbstmord war. Nur ihr Bruder engagiert Strike, damit er dem Fall auf den Grund gehen soll, da er an Mord glaubt. Strike taucht immer tiefer in die Familiengeschichte ein.

Ich fieberte vor Spannung mit, fand aber, dass bei den Ermittlungen der Leser manchmal auf der Strecke blieb. Einiges war mir suspekt und für mich nicht nachvollziehbar, z.B. woher Strike diese oder jene Erkenntnis nun hatte.

An dem Schreibstil kann man nichts aussetzen, hätte aber ein wenig mehr erwartet. Allerdings letztendlich, wie gesagt, der große Pluspunkt ist die Darstellung und Entwicklung der Protagonisten.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten

[Rezension] Ein Anton fürs Leben (Meike Haberstock)

Veröffentlicht 9. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Eierkuchen, Stangensellerie & Internat am Meer

Appetithäppchen: Anton hat nicht nur einen, sondern gleich vier beste Freunde. Doch die Neue in der Klasse, Victoria Elisabeth Wilhelmina von und zu den Eichen, bringt alles durcheinander: Hannes kämmt sich plötzlich und macht sogar Hausaufgaben. Marie lacht nur noch halb so viel, und Karl und Michel spielen lieber allein Fußball. Anton ist ratlos. Verliert er jetzt seine besten Freunde? Ein Eierkuchen-Wettessen bringt die Entscheidung…

Verfasserin: Meike Haberstock (*1976 in Münster/ Westfalen) schreibt und zeichnet, seitdem sie einen Stift halten kann. In der Schule führte dies dazu, dass sie in Diktaten die Wörter, die sie nicht schreiben konnte, eben malte. Ein paar Jahre später studierte sie Pädagogik, arbeitet aber seit Langem in der Werbung. Nach eigenen Angaben denkt sie sich am liebsten „rund um die Uhr Quatsch aus“. Zurzeit macht sie das in Hannover, wo sie mit ihrer Familie lebt.

[Verlag Friedrich Oetinger (2016)]

Meine Meinung: Dieses Buch hat K1 vor Jahren geschenkt bekommen und nun ist es überhaupt nicht mehr in der Zielgruppe. Allerdings sollte dies nun unsere abendliche Vorleselektüre werden, da K2 momentan auch gern mal zuhört. Und wir können es nicht anders sagen: Wir waren begeistert!

Das Buch war sehr lustig, kurzweilig und unterhaltsam. Anton, seine Freunde und Familie schließt man sofort ins Herz. Mir persönlich gefiel der Opa am besten. K1 fand die Freunde, vor allem Hannes und Karl, am besten.

Nebenbei lernt man einiges über Freundschaft, das ist immer aktuell ist, egal wie alt man ist. Dieses ist der dritte Band. Im ersten geht es um Zeit bzw. Zeitgefühl. Auch ein wichtiges Thema…

Auf fast jeder Seite sind Bilder. Diese sind ebenfalls sehr witzig, schlicht und farbenfroh. Es machte einfach Spaß, das Buch vorzulesen bzw. es vorgelesen zu bekommen.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

[Monatsrückblick] September 2020

Veröffentlicht 8. Oktober 2020 von erlesenebuecher

Banner

Alte Bekannte traf ich zu Beginn des Monats wieder. Mit Cat und Bones war ich in Chicago, Detroit und New Orleans. Anschließend ging es nach Bayern und dann in den Rumpelberg. In Williamsburg, New York, verbrachte ich eine spannende Zeit bei den chassidischen Satmarer. Den Abschluss machte ein Besuch in Venedig.

Betörende Dunkelheit

Jeaniene Frost

347 Seiten

2,5 Punkte

Das Dosenmilch-Trauma

Jess Jochimsen

219 Seiten

3,5 Punkte

Munkel Trogg – Der kleinste Riese der Welt

Janet Foxley

249 Seiten

3,5 Punkte

Unorthodox

Deborah Feldman

379 Seiten

4,5 Punkte

Die Fließende Königin

Kai Meyer

273 Seiten

4 Punkte

Das waren 1467 Seiten.

Viele tolle Geschenke habe ich bekommen:

  1. Die Buchhandlung (Penelope Fitzgerald)
  2. Heute hat die Welt Geburtstag (Flake)
  3. Die Zeit der Verachtung (Andrzej Sapkowski)
  4. Viel Lärm um nichts (William Shakespeare)
  5. Reise zum Mittelpunkt der Erde (Jules Verne)
  6. In 80 Tagen um die Welt (Jules Verne)
  7. Von der Erde zum Mond (Jules Verne)
  8. 20.000 Meilen unter den Meeren (Jules Verne)
  9. David Copperfield (Charles Dickens)

[Challenge] SuB-Leichen Challenge 2020/2021

Veröffentlicht 26. September 2020 von erlesenebuecher

BannerSuBLeichen

Vor einem Jahr habe ich mir wieder einmal vorgenommen, meine 10 ältesten SuB-Leichen zu eliminieren, also endlich zu lesen!

Und ich habe es geschafft! Aber… leider mal wieder mit Verspätung.

Hier das Ergebnis:

Und natürlich soll diese Challenge auch ins achte Jahr gehen! Mein SuB wird einfach nicht kleiner. Tja, leider musste ich ins Jahr 2012 zurück gehen, um meine 10 ältesten SuB-Leichen zu finden. Also hier meine Liste, die ich im Laufe eines Jahres abarbeiten möchte:

  • Die hellen Tage (Zsuzsa Bánk): Das Buch stand lange auf der Bestsellerliste und die Autorin war in aller Munde. Ich habe es am 08.09.12 von meinen Schwiegereltern geschenkt bekommen.
  • Der Hals der Giraffe (Judith Schalansky): Ebenfalls am 08.09.12 habe ich dieses Buch von einer lieben Freundin geschenkt bekommen. Es geht um Schule und das Buch ist rein optisch (und haptisch) ein Genuss.
  • Tote Mädchen lügen nicht (Jay Asher): Das Buch habe ich mir am 17.08.12 gekauft. Ich habe viel Gutes über es gehört und ich glaube, es wurde jetzt sogar verfilmt. Ich bin gespannt.
  • Ein Anfang mit Biss (Michelle Rowen): Noch eine Vampirreihe, die mich aufmerken ließ. Ich habe es mir am 16.08.12 gekauft.
  • Das Medaillon (C. C. Bergius): Bei uns stehen überall öffentliche Bücherschränke. Hier hörte sich der Klappentext so interessant an, dass ich es am 15.08.12 mitnehmen musste.
  • Das Wespennest (Agatha Christie): Ebenfalls aus dem Bücherschrank ist dieses Exemplar am 16.06.12 zu mir gekommen. Agatha Christie ist es immer wert gelesen zu werden.
  • Das Schicksal in Person (Agatha Christie): Ebenfalls Bücherschrank (16.06.12)
  • Frühlings Erwachen (Frank Wedekind): Ein Klassiker, den ich noch nie gelesen habe. Das wollte ich nachholen, seit dem 25.05.12.
  • Everlasting – Der Mann, der aus der Zeit fiel (Holly-Jane Rahlens): Am 20.05.12 habe ich mir einige Bücher gekauft, die auf vielen Bücherblogs empfohlen wurden. Dieses war eines davon.
  • Daughter of Smoke and Bone – Zwischen den Welten (Laini Taylor): Auch diese Reihe hat gute Rezensionen bekommen, ich bin gespannt. Meine älteste SuB-Leiche kam am 20.05.12 zu mir.

[Rezension] Die Fließende Königin (Kai Meyer)

Veröffentlicht 26. September 2020 von erlesenebuecher

Meerjungfrauen, Zauberspiegel & steinerne Löwen

Appetithäppchen: Merles Welt ist voller Magie. In einem Venedig, in dem die Zauberei nie gestorben ist, flüstert jedermann von der Fließenden Königin – doch nur Merle gewinnt ihre Freundschaft. Als die Mächte des Bösen das phantastische Wesen jagen, entbrennt im Labyrinth der dunklen Gassen und Kanäle ein abenteuerlicher Kampf. Meerjungfrauen und geflügelte Löwen, Meisterdiebe und Zauberspiegelmacher, sie alle haben ihr eigenes Interesse an der Fließenden Königin. Doch dann bricht der Boden auf, Flammen schlagen himmelhoch, und etwas Unbeschreibliches steigt aus der Erde empor…

Verfasser: Kai Meyer, geboren 1969, studierte Film, Theater und Philosophie. Nach einigen Jahren als Journalist widmet er sich seit 1995 ganz dem Schreiben von Büchern. Neben dem Bestseller „Die Alchimistin“ stammen von ihm zahlreiche weitere Romane, unter anderem „Göttin der Wüste“, „Das Haus des Daedalus“ und „Der Rattenzauber“.

[Loewe (2001)]

Meine Meinung: Kai Meyer ist ein Garant für eine phantastische Welt voller Abenteuer und Spannung. Aber für mich auch immer etwas fremdartig, so dass ich nicht ganz warm damit werde. Ich kann gar nicht beschreiben, woran es liegt. Das hatte ich auch schon bei der Sturmkönig-Trilogie. Ich habe diese immer noch in guter Erinnerung und weiß noch wie großartig ich diese erdachte Welt fand, aber es war auch immer etwas Störendes dabei, so dass ich mir die Bücher nie ganz aneignen konnte. Allerdings erhöht das vielleicht auch den Erinnerungsfaktor. Und so scheint es auch mit dieser Reihe zu werden.

Merle ist ein Waisenmädchen, welches von dem Zauberspiegelmacher Acrimboldo aufgenommen wird. Die Story spielt in Venedig, in dem es Meerjungfrauen und steinerne Löwen gibt, welches von den Ägyptern belagert wird und bis jetzt nur durch die Hilfe der Fließenden Königin noch nicht eingenommen wurde. Aber nun scheint es zum Krieg zu kommen, ein Bote aus der Hölle bietet die Hilfe des Herrn des Lichts an. Aber was ist mit der Fließenden Königin?

Etwa die erste Hälfte des Buches habe ich verschlungen, die Handlung, der Schauplatz, die Protagonisten waren so faszinierend und man konnte die Seiten einfach so weglesen. Dann wandelte sich der Plot plötzlich und es wurde holperiger. Da hätte ich mir eine stringentere Handlung gewünscht.

Allerdings wird vermutlich vieles noch in den nächsten Bänden geklärt, so dass ich vielleicht wieder vollends zufrieden bin.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

 

[Rezension] Unorthodox (Deborah Feldman)

Veröffentlicht 24. September 2020 von erlesenebuecher

Eruv, Williamsburg & Shpitzel

Appetithäppchen: Am Tag seines Erscheinens führte „Unorthodox“ schlagartig die Bestsellerliste der New York Times an und war sofort ausverkauft. Wenige Monate später durchbrach die Auflage die Millionengrenze. In der chassidischen Satmar-Gemeinde in Williamsburg, New York, herrschen die strengsten Regeln einer ultraorthodoxen jüdischen Gruppe weltweit. Deborah Feldman erzählt, wie sie den beispiellosen Mut und die ungeheure Kraft zum Verlassen der Gemeinde findet – um ihrem Sohn ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Noch nie hat eine Autorin ihre Befreiung aus den Fesseln religiöser Extremisten so lebensnah, so ehrlich, so analytisch klug und dabei literarisch so anspruchsvoll erzählt.

Verfasserin: Deborah Feldman, geboren 1986 in New York, wuchs in der chassidischen Satmar-Gemeinde im zu Brooklyn gehörenden Stadtteil Williamsburg, New York, auf. Ihre Muttersprache ist Jiddisch. Sie studierte am Sarah Lawrence College Literatur. Heute lebt die Autorin mit ihrem Sohn in Berlin.

[btb (2020)]

Meine Meinung: Ich habe den größten Respekt vor dem Judentum. Wie vor allen Religionen, die friedlich und ernsthaft ausgelebt werden. Ich bin Christin und trotzdem habe ich besonders seit meinem Theoogiestudium zum Alten Testament und damit zum Judentum eine besondere Bindung. Allerdings gibt es bei allen Religionen Extremisten und Fanatiker, dies kann ich nur zutiefst verurteilen. Wenn man sich Videos aus Williamsburg oder vor allem aus Mea Shearim anschaut, wie man da mit nichtjüdischen Frauen beispielsweise umgeht, stockt mir das Herz, wie die Kinder schon voller Hass und Fanatismus sind… Erschreckend.

In allen Religionen ist meines Erachtens der tiefe Kern gleich: Die Liebe. Zu sich. Zu Gott (oder dem Göttlichen). Zum Nächsten. Wie kann man dann Gewalt, Verachtung und Intoleranz in der Religion finden?

Deborah Feldman beschreibt in dem Buch ihr Leben in der ultraorthodoxen jüdischen Gemeinde der chassidischen Satmarer in Williamsburg, New York. Unglaublich, welch eine Parallelgesellschaft dort zu finden ist. Diese unterscheidet sich komplett von dem Bild des New York, welches man kennt.

Die Menschen dort halten sich streng an die Tora-Gesetze, lehnen den Zionismus ab, sind dem Rabbiner hörig, unterdrücken die Frauen und sind gefangen in ihrem strengen Korsett an Regeln, Verbote und Gebote. Dobrah darf nicht lesen, nicht anziehen, nicht heiraten, nicht tun, was sie möchte. Das Verhältnis zum eigenen Körper, zur Sexualität ist nicht vorhanden. Aber sie möchte mehr für sich und vor allem für ihren Sohn. Sie schafft den Absprung und flieht aus der Gemeinschaft.

Beeindruckend schildert Frau Feldman ihre Kindheit und Jugend. Es werden einem Einblicke geliefert, die einen sprachlos zurück lassen, die aber auch faszinieren. Ich war von dem Buch bis zu Deborahs Hochzeit gefangen. Dann hat es mich aber ein wenig verloren. Ich kam bei einigen Punkten nicht mehr mit und Deborahs Wandlung ging mir zu schnell. Auch die vielen Seiten über ihre Sexualität sind garantiert wichtig, aber als Leser wurde ich etwas zurück gelassen.

Nichtsdestotrotz wird mir das Buch in Erinnerung bleiben und ich kann es auf jeden Fall weiterempfehlen. Nun folgt für mich die Serie, welche vielversprechend angepriesen wurde.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten