[Rezension] Heimatfront (Marita Scholz)

Veröffentlicht 17. Juli 2021 von erlesenebuecher

Rudern, PTBS & Big Mama

Appetithäppchen: Immer mehr deutsche Soldaten kehren verletzt und traumatisiert aus Auslandseinsätzen zurück. Viele finden hier werde gesellschaftliche Anerkennung noch eine angemessene medizinische und soziale Betreuung. Immer mehr Familien müssen auf sich gestellt mit Söhnen und Töchtern, Ehepartnern oder Vätern umgehen, die den Krieg nicht hinter sich lassen können, die ihn in sich tragen und ihn mit nach Hause bringen. Marita Scholz erzählt vom schwierigen, manchmal fast unmöglichen Leben mit einem Kriegsheimkehrer.

Verfasserin: Marita Scholz, geb. 1977, Diplom-Ingeneurin für Gartenbau (FH), hat als Ruderin große Erfolge gefeiert. 2001 und 2002 war sie Weltmeisterin. Als ehemalige Sportsoldatin kennt sie die Bundeswehr. Sie selbst war als Reservistin im Einsatz in Afghanistan. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Norddeutschland.

[Verlag Herder (2012)]

Meine Meinung: Ich mag Sachbücher, in denen von schwierigen Familienschicksalen berichtet wird. Ich mag ebenfalls Sachbücher über starke Frauen. Hier kam beides zusammen. Und trotzdem bin ich enttäuscht.

Marita Scholz war Leistungssportlerin im Rudern und ging zur Bundeswehr als Sportsoldatin. Gerade zu Beginn wurde einiges aus ihrer Zeit in Ratzeburg berichtet, was ich super fand, da ich aus der Gegend komme und vor ein paar Wochen genau neben der Ruderakademie kurz Urlaub gemacht habe. Das hat mich sofort mit dem Buch verbunden.

Diese Verbundenheit löste sich aber schnell und wurde durch immer mehr Abneigung abgelöst. Frau Scholz berichtet von ihrer Beziehung zu einem Soldaten, der traumatisiert durch seine Auslandseinsätze versucht irgendwie im Leben zurecht zu kommen. Sie heiraten und bekommen zwei Kinder. Leider gelingt es ihr aber nur die Schattenseiten darzustellen, so dass ich als Leserin kaum Sympathien für ihren Mann entwickelt konnte. Schon zu Beginn laufen in der Beziehung einige Dinge, bei denen ich nicht nachvollziehen konnte, warum sie bei ihm geblieben ist. Das wurde immer schlimmer. Mir war unverständlich, wie man das sich und den Kindern so lange antun konnte. Sie betont immer wieder, dass sie durch den Leistungssport gelernt hat zu kämpfen und nicht aufgeben möchte. Aber so wirkt ihr halbes Leben wie ein Kampf. Sehr anstrengend! Auch für den Leser.

Ich kann verstehen, dass ihr Mann natürlich Hilfe braucht, dass es nicht einfach die Lösung ist, sich scheiden zu lassen. Aber irgendwie muss es ja auch um die Kinder gehen, die anscheinend unter dem unzurechnungsfähigen, teilweise cholerischen, krankhaft eifersüchtigen, kontrollsüchtigen Vater leiden und sei es nur indirekt, da die Mutter leidet.

Natürlich ist es nicht fair, dass ich mir so ein Urteil über die Familie erlaube. Aber ich kritisiere hier vor allem das Buch, das ein einseitiges Bild dargestellt hat. Bestimmt war ihr Mann auch anders, ansonsten wäre wohl keine Liebe entstanden, aber das wurde kaum erwähnt und/oder nicht nachvollziehbar dargestellt. Er kommt schlecht weg und dadurch auch Frau Scholz, die das so lange mitgemacht hat. Ich war froh, als das Buch zuende war.

Nichtsdestotrotz ist das Buch wichtig, um auf die posttraumatischen Belastungsstörungen von Soldaten, die im Auslandseinsatz waren, aufmerksam zu machen. Allerdings wurde über die Entstehung nicht so viel berichtet, da vieles anscheinend geheim ist.

Bewertung: 2 von 5 Punkten

[Rezension] Silo (Hugh Howey)

Veröffentlicht 17. Juli 2021 von erlesenebuecher

Träger, Mechanik & Reinigung

Appetithäppchen: Seit Generationen leben die Menschen unter der Erde. Was aber, wenn die Verwüstung der Erde eine große Lüge ist? Was, wenn das Leben im Silo nicht das ist, was es zu sein scheint? Was, wenn der Blick nach draußen nicht durch eine Scheibe, sondern auf einen Bildschirm fällt? Dann wird Neugier lebensgefährlich. Selbst für Juliette Nichols, die für die Sicherheit im Silo verantwortlich ist…

Verfasser: Hugh Howey, Jahrgang 1975, verdiente sein Geld als Skipper, Bootsbauer, Dachdecker und Buchhändler, bevor er als Romanautor erfolgreich wurde. Mit seinem großen Endzeitthriller SILO, der als Erzählung angelegt war und so überwältigend viele Leser fand, dass schließlich ein Roman daraus wurde, gelang ihm der internationale Durchbruch. Inzwischen verkaufte sich die Trilogie weltweit mehr als 3 Millionen mal. Hugh Howey lebt mit seiner Frau in Jupiter, Florida.

[Piper (2015)]

Meine Meinung: Es ist schwierig auf dem Gebiet der Dystopien gute neue Ideen auf den Markt zu bringen. Howey ist dies aber in meinen Augen gelungen.

Die Welt ist verseucht und die Menschen leben in einem 148stöckigen Silo in der Tiefe. Dort müssen sie ihr Leben organisieren, es gibt Tierfarmen, Krankenhäuser, Gemüseanbau etc., alles auf verschiedenen Stockwerken. Ganz unten ist die Mechanik, oben lebt die Bürgermeisterin. Und nur im 1. Stock, ganz oben, kann man durch eine Kamera in die Außenwelt sehen. Diese Linse muss immer mal wieder gesäubert werden. Diese Reinigung wird von Verurteilten oder ab und an auch von Freiwilligen übernommen. Allerdings kommen diese nie wieder, da sie vor der Kamera an der vergifteten Luft sterben. Noch nie hat jemand die Reinigung überlebt. Aber sag niemals nie. Juliette aus der Mechanik, der untersten Etage, soll Polizeichefin der obersten Etage werden. Das gefällt nicht jedem…

Dieses Buch hat mich unglaublich gefesselt. Es war spannend, faszinierend und sehr interessant. Wie ich schon oft schrieb, haben solche Bücher, die in geschlossenen Systemen wie z.B. einem Internat oder hier dem Silo spielen, unglaubliche Anziehungskraft, da sich alles kompakt dort abspielt. Gerade diese Idee des Silos und diese Treppenschlucht, durch die man tagelang wandern muss um z.B. von ganz unten nach oben zu kommen, ließ mich nicht los. Ich freue mich auf den 2. Teil.

Bewertung: 5 von 5 Punkten

[Neuanschaffungen] Woche #27

Veröffentlicht 17. Juli 2021 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Weihnachten und ein Geschenk:

Ein Weihnachtsfest in Småland (Stina Lund)

Alva ist seit 25 Jahren mit Martin verheiratet. Eine gute Ehe – warum nur muss Alva inzwischen so weit zurückdenken, wenn sie nach schönen Erinnerungen sucht? Am glücklichsten war sie in ihrer Kindheit und Jugend, in der sie unvergessliche Sommer im schwedischen Småland verbrachte. Und da weiß sie, was zu tun ist: ein Weihnachtsfest in Schweden, mit Martin. Ihre große Liebe und ihre glücklichste Zeit sollen zusammenkommen. Doch Glück lässt sich bekanntlich nicht einfach so planen… [Rowohlt Taschenbuch Verlag (2018)]

______________________________________________________________________________________________

Trümmerkind (Mechtild Borrmann)

Steineklopfen, Altmetallsuche, Schwarzhandel. Der 14-jährige Hanno Dietz kämpft mit seiner Familie im völlig zerstörten Hamburg der Nachkriegsjahre ums Überleben. Es ist bitterkalt, Deutschland erlebt den Jahrhundertwinter 1946/47. Eines Tages entdeckt Hanno in den Trümmern einen etwa dreijährigen Jungen – und daneben eine nackte Tote. Hanno erzählt niemandem von seiner grauenhaften Entdeckung. Doch das Bild der toten Frau verfolgt ihn in seinen Träumen. Der Kleine wächst bei den Dietzens auf. Erst viele Jahre später wird das einstige Trümmerkind durch Zufall einem Verbrechen auf die Spur kommen, das auf fatale Weise mit der Geschichte seiner Familie verknüpft ist… [Droemer (2018)]

[Neuanschaffungen] Woche #26

Veröffentlicht 8. Juli 2021 von erlesenebuecher

Bei mir neu eingezogen ist…

Reihenfortsetzungen:

Ein bisschen verliebt (Michelle Rowen)

Untote junge Frauen haben es auch nicht leichter! Sarah Dearly kann sich einfach nicht entscheiden zwischen dem sexy Obervampir Thierry de Bennicour und dem süßen Michael Quinn. Letzterer ist zwar ein Vampirjäger, aber Sarah weiß genau: Nobody ist perfect… [blanvalet (2009)]

______________________________________________________________________________________________

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr (Walter Moers)

Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von dem alptraumfarbenen Nachtmahr Havarius Opal: Der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom kündigt an, sie in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereithält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen… [Penguin Verlag (2018)]

______________________________________________________________________________________________

Die Uhtred-Saga 6 – Der sterbende König (Bernard Cornwell)

Zum Ende des neunten Jahrhunderts droht England erneut im Chaos zu versinken. Uhtreds Herr, König Alfred, ist ein todkranker Mann. Krieg liegt in der Luft. Alfred will, dass sein Sohn Edward ihm auf dem Thron folgt. Doch die Krone begehren viele, Sachsen und heidnische Wikingerfürsten. Ist es für den Krieger Uhtred nun an der Zeit, das ihm geraubte Land im Norden wiederzuerobern? Nein. Denn auch wenn ihn kein Eid an den schwachen Königssohn bindet: Uhtred wird nicht zusehen, wie Alfreds Traum von einem starken England in Blut und Brand versinkt. [Rowohlt (2012)]

 

[Monatsrückblick] Juni 2021

Veröffentlicht 8. Juli 2021 von erlesenebuecher
Banner

Der Monat startete mit Kriminalfällen, erst im Berlin der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts und anschließend in Müggeldorf, in den viele Tiere involviert waren. Ein Besuch in der Krachmacherstraße in Schweden führte mich in meine Kindheit. Dann reiste ich mit Zoey und ihren Freunden nach Tulsa und Venedig, bevor es dann mit Phil und Isa ins Ägypten Echenatons, Neros Rom, dem Spanien der Inquisition, dem Paris der Französischen Revolution und in die Schweiz ging. Am Ende besuchte ich mit Martin Taschenbier die Schule und das Sams.

Moabit

Volker Kutscher

85 Seiten

4,5 Punkte

Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün

Wieland Freund

184 Seiten

3,5 Punkte

Die Kinder aus der Krachmacherstraße

Astrid Lindgren

120 Seiten

5 Punkte

House of Night 6 – Versucht

P. C. Cast/ Kristin Cast

598 Seiten

3,5 Punkte

Das Medaillon

C. C. Bergius

512 Seiten

4 Punkte

Sams in Gefahr

Paul Maar

208 Seiten

3 Punkte

Das waren 1707 Seiten.

Meinen SuB habe ich auch in diesem Monat geschont.

[Rezension] Sams in Gefahr (Paul Maar)

Veröffentlicht 30. Juni 2021 von erlesenebuecher

Frau Scheinbar, Turnen & Rollschuhclub

Appetithäppchen: Rothaarig und rüsselnasig ist das Sams. Wenn man sich etwas von ihm wünscht, geht der Wunsch in Erfüllung. Das hat auch der Lehrer von Martin Taschenbier gemerkt. Heimlich stiehlt er auf der Klassenreise die Sams-Rückhol-Tropfen aus Martins Koffer. Doch seine Wünsche haben merkwürdige Nebenwirkungen und dem Sams geht es immer schlechter… Martin und seine Freunde Tina und Roland müssen das Sams unbedingt retten!

Verfasser: Paul Maar, 1937 in Schweinfurt geboren, studierte Malerei und Kunstgeschichte und ist einer der erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er schreibt Romane und Gedichte, Drehbücher und Theaterstücke, ist Illustrator und Übersetzer. Und er ist der Erfinder vom SAMS und seinen Geschichten, die auch mit großem Erfolg verfilmt worden sind. Paul Maar wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Bücherpreis für „Sams in Gefahr“, mit dem Österreichischen Staatspreis, dem Brüder-Grimm-Preis, dem E.T.A.-Hoffmann-Preis und dem Friedrich-Rückert-Preis sowie mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises für sein Gesamtkunswerk.

[Verlag Friedrich Oetinger (2002)]

Meine Meinung: Ich fand das Sams als Kind großartig und habe die ersten beiden Bücher geliebt. Jetzt gibt es eine ganze Reihe mit vielen Büchern und ich merke immer mehr, dass ich da raus bin. Ich finde es immer etwas anstrengend, wenn eine Reihe künstlich verlängert wird und der Zauber der ersten Teile ist auch verschwunden.

Na klar, ist dies ein nettes Kinderbuch, das eine tolle Freundschaftsgeschichte zeigt. Allerdings finde ich Herrn Daume schon etwas gruselig und übertrieben. Dafür ist das Sams in Hochform, wobei es aber leider fast nur im Schrank eingesperrt ist. Gerade die Szenen im Rollschuhclub fand ich amüsant.

Trotzdem werde ich nun mit der Reihe aufhören.

Bewertung: 3 von 5 Punkten

Hier geht es zum 4. Teil

[Rezension] Das Medaillon (C. C. Bergius)

Veröffentlicht 23. Juni 2021 von erlesenebuecher

Skarabäus, Aktien & Inquisition

Appetithäppchen: Ein altägyptisches Medaillon – ein blauer Skarabäus, der eine Sonnenscheibe hält – wird in diesem Roman zum geheimnisvollen Zeichen, das über die Zeiten hinweg fünf Liebespaare schicksalhaft miteinander verbindet: Isis und Phiops im Ägypten Echnatons und Nofretetes, Isidora und Philippus 1500 Jahre später im Rom Neros, Isabel und Felipe im Spanien der Inquisition, Isabelle und Philippe im Frankreich der Großen Revolution, Isa und Phil im Zürich unserer Tage.

Verfasser: C. C. Bergius wurde 1910 geboren und starb 1996. Schon während seiner Schulzeit begann er zu fliegen und wurde später Flugkapitän. Nach dem zweiten Weltkrieg wandte Bergius sich der Literatur zu. Er ist heute einer der erfolgreichsten Autoren deutscher Zunge.

[Goldmann (1971)]

Meine Meinung: Dieses Buch habe ich in einem offenen Bücherschrank gefunden, und obwohl ich meinen SuB unbedingt schonen wollte, musste ich, nachdem ich den Klappentext gelesen habe, das Buch mitnehmen. Und es hat mich in der Hinsicht nicht enttäuscht.

Es geht um ein Liebespaar, welches sich in mehreren Leben wiedertrifft und immer wieder in Schwierigkeiten gerät. Mich hat vor allem die Vorstellung desselben Liebespaares in verschiedenen historischen Epochen fasziniert und gerade dieser historische Hintergrund der einzelnen Episoden war richtig gut. Das war so, wie ich es mir vorgestellt habe. Der Leser bekam Einblicke in das Ägypten Echenatons, Neros Rom, das Spanien der Inquisition und das Paris der Französischen Revolution. Dies war  ergreifend und faszinierend.

Allerdings bin ich kein Freund von Kurzgeschichten und so wurde ich mit den Protagonisten nicht immer ganz warm. Kaum dachte ich, jetzt geht es, war die Episode schon zuende. Und das Liebespaar war in jedem Leben doch anders, der Charakter, die Umstände, die Vorlieben etc. Das irritierte mich.

Besonders gefallen haben mir die Geschichten in Ägypten und Paris, wohingegen ich mit Spanien nicht warm wurde.

Bewertung: 4 von 5 Punkten

[Rezension] House of Night 6 – Versucht (P. C. Cast/ Kristin Cast)

Veröffentlicht 23. Juni 2021 von erlesenebuecher

Tunnel, Krieger & Hoher Rat der Vampyre

Appetithäppchen: Wenn du deiner besten Freundin deine größten, dunkelsten Geheimnisse nicht anvertrauen kannst – wem kannst du dann noch trauen? Geheimnisse und unausgesprochene Verdächtigungen überschatten die Freundschaft zwischen Zoey und Stevie Rae und bringen nicht nur die beiden, sondern das gesamte House of Night in Gefahr. Denn eine mysteriöse und beängstigende Macht breitet sich in den Tunneln unter Tulsa aus. Aber Stevie Rae will nicht sagen, was dort vor sich geht und was sie dort gemacht hat. Allmählich beginnt Zoey sich zu fragen, wie sehr sie ihr noch vertrauen kann. Werden sie die richtigen Entscheidungen treffen, oder werden dumkle Mächte das House of Night zerstören?

Verfasserin: P.C. und Kristin Cast sind das erfolgreichste Mutter-Tochter-Autorengespann weltweit. Sie leben beide in Oklahoma, USA. House of Night erscheint in über 40 Ländern und hat weltweit Millionen von Fans.

[Fischer (2011)]

Meine Meinung: Es geht ohne Pause weiter. Dieser Teil schließt direkt an den letzten Band der Reihe an, in dem Zoey gerade einen großen Boss-Kampf abgeschlossen hat. Trotzdem dauert es fast ein Drittel des Buches, bis sie sich endlich schlafen legt. Das hat mich total gestresst, wie schon in den vorherigen Teilen. Es kehrt keinerlei Ruhe ein. Das ist für die Spannung vielleicht gut, aber es nervt und das Geschehene kann null sacken, weder bei den Protagonisten noch beim Leser.

Ein weiterer großer Schwachpunkt, und ich hoffe, das ändert sich definitiv in den nächsten Bänden, ist dass das Buch nur ganz kurz im House of Night spielt und dann auch noch ohne Unterricht. Vom Internatsleben und der Schule der Vampyre kriegt man nichts mehr mit, gerade diese Idee fand ich aber so bezaubernd.

Stattdessen sind Kalona und Neferet wieder aufgetaucht und wollen nun den Hohen Rat der Vampyre beeinflussen. Natürlich müssen Zoey und ihre Freunde versuchen das zu verhindern.

Währenddessen kämpft Stevie Rae ihren ganz eigenen Kampf mit der dunklen Seite aus. Das fand ich noch mit am spannenendsten, wobei die Rabenspötter in meinen Augen von den Autorinnen einfach keine gelungenen Geschöpfe sind.

Insgesamt kam mir der Band wie ein Lückenfüller vor, der nun anscheinend wieder einem Bosskampf im nächsten Teil einleitet. Ich wundere mich, dass ich die Reihe noch nicht abbreche. Anscheinend mag ich Zoey und ihre Freunde doch mehr als gedacht.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

Hier geht es zum 5. Teil

[Rezension] Törtel, die Schildkröte aus dem McGrün (Wieland Freund)

Veröffentlicht 23. Juni 2021 von erlesenebuecher

Mole, Skatklause & Supicat

Appetithäppchen: Immer wenn Törtel aufgeregt ist, fängt er an zu zählen. „Eins, zwei, drei, vier, fünf“, flüstert er aufgeregt, als sich ihm die Fuchsschnauze nähert. Vielleicht verschwindet der Fuchs von alleine, wenn er nur lang genug zählt…? Doch Wendy beschnuppert ihn nur neugierig. Später kommen noch Grrmpf, das Wildschwein, Hokuspokus, der Schwan, und Kevin, der Marder, und andere Tiere aus Möggeldorf hinzu und schon bald werden sie Törtels Freunde. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Menschen, die die Tiere aus ihrer Stadt vertreiben wollen.

Verfasser: Wieland Freund, geboren 1969 bei Paderborn, ist Autor, Kritiker und Journalist. Für seine Kinderbücher wurde er bereits mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet. Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.

[Beltz & Gelberg (2009)]

Meine Meinung: Dieses Buch habe ich K1 vorgelesen. Leider hat es sehr lange gedauert, da er immer wieder eingeschlafen ist. Ich denke, ich fand es deshalb interessanter als K1.

Törtel ist eine Schildkröte, die bisher nur die Tierhandlung kannte. Durch einige seltsame und unschöne Umstände ist er zu den wildlebenden Tieren nahe einer Kleingartensiedlung gekommen. Diese haben ein Problem: einige Bewohner wünschen, dass sie verschwinden. Als sich dann auch noch Einbrüche häufen, ist klar, die Tiere sind in Gefahr.

Allerdings bleiben sie nicht tatenlos und vor allen Törtel zeigt, was in ihm steckt. Gemeinsam mit den Haustieren wollen sie den Kriminalfall lösen.

Ich fand das Buch unterhaltsam und nett erzählt. Gerade die einzelnen tierischen Charaktere sind toll beschrieben und liebevoll dargestellt. Die ganze Geschichte läuft immer mehr auf den Höhepunkt zu und wird auch gut gelöst.

Trotzdem war ich natürlich nicht so ganz die Zielgruppe und K1 kann nicht wirklich eine qualifizierte Meinung äußern, da von der Seite viel verschlafen wurde.

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

[Rezension] Moabit (Volker Kutscher)

Veröffentlicht 5. Juni 2021 von erlesenebuecher

Schreibmaschine, Schränker & Mathilde

Appetithäppchen: Wen fasziniert sie nicht? Charly Ritter, die große Liebe von Kriminalkommissar Gereon Rath, die ihren eigenen Kopf hat, so charmant wie neugierig ist und ein Geheimnis in sich zu tragen scheint. In „Moabit“ lernen wir Charly kennen, als sie noch Lotte heißt und bei ihren Eltern wohnt, in einer Beamtenwohnung am Zellengefängnis Moabit. Gerade hat sie das Abitur im Kleistlyzeum geschafft, und dies, obwohl sie aus einfachen Verhältnissen stammt. Ihre frisch errungene Freiheit genießt Lotte vor allem nachts, bei heimlichen Eskapaden mit ihrer Freundin Greta durch die Tanzlokale Berlins. Tagsüber lernt sie Schreibmaschine und Stenografie, denn eins ist klar: Ihr Studium wird sie sich selbst finanzieren müssen.

Verfasser: Volker Kutscher, geboren 1962, lebt als freier Autor in Köln und Berlin. Ihm gelang mit seiner Krimiserie um Kommissar Gereon Rath im Berlin der 30er-Jahre ein sensationeller Erfolg. Jeder einzelne der inszwischen acht Bände stand wochenlang auf der Bestsellerliste. Die Reihe ist Vorlage für die internationale TV-Produktion „Babylon Berlin“.

[Galiani Berlin (2018)]

Meine Meinung: Ich liebe Babylon Berlin! Gerade die erste Staffel hat mich völlig verzaubert. Diese Zeit, die Story, die Musik und die Hauptdarsteller (auch wenn der männliche gerade stark an Sympathien bei mir verloren hat). Und schon länger scharwenzel ich um die Gereon Rath-Buchreihe herum. Zum einen würden mir diese bestimmt gefallen, zum anderen lese ich schon so viele Buchreihen und die TV-Serie habe ich ja auch schon angefangen…

Nun habe ich dieses kleine Büchlein geschenkt bekommen und habe mich sehr gefreut. Die optische Aufmachung ist große Klasse und wertet es definitiv auf. Es handelt sich um ein Prequel zu der Gereon Rath-Reihe und erzählt eine Episode aus Charlotte Ritters Leben. Sie lebt noch bei ihren Eltern, besucht gerade einen Schreibmaschinenkurs und lernt das Berliner Nachtleben kennen. Ihr Vater ist Gefängniswärter in Moabit und gerät dort in eine Sache, die gravierende Folgen für die Familie Ritter hat…

Der Erzählstil ist wunderbar. Es gibt drei Kapitel, die immer aus einer anderen Sicht und einer anderen Erzählperspektive dargestellt sind. Dazu kommen die gelungenen Bilder von Kat Menschik. Der einzige deutliche Schwachpunkt war die Kürze der Erzählung.

Ich war begeistert und bin nun schwer am überlegen, ob ich nicht doch mit dem nassen Fisch anfange… ich würde es sofort machen, wenn Kat Menschik die ganze Reihe illustriert.

Bewertung: 4,5 von 5 Punkten