Flieh vor Sonnenaufgang (Sven Wernström)

Veröffentlicht 20. Februar 2013 von erlesenebuecher

Indio, Machete & Fortschritt

Flieh vor SonnenaufgangAppetithäppchen: „Señor Hernandez musste lange warten. Erst gegen Mitternacht geschah das, was er erwartet hatte. Es knirschte leise im Kies, ein Schatten huschte vorbei und verschwand unter dem dunklen Dachgiebel. Eine Machete blitzte auf, und der erste Schlag traf das Gitter der Gefängnistür.“ In einem entlegenen mexikanischen Dorf wird ein Ingenieur umgebracht. Der 17jährige Lehrer Mateo möchte wissen warum und gerät selbst in Gefahr.

Verfasser: Sven Wernström, 1925 in Stockholm geboren, ist einer der Autoren, denen es gelungen ist, in ihren Büchern äußerst spannend und engagiert aktuelle Probleme der dritten Welt aufzugreifen. Schon 1974 wurde ihm für sien Werk die Nils-Holgersson-Medaille verliehen.

[Ravensburger Taschenbuch (1986)]

Meine Meinung: Das Buch habe ich in meiner Kindheit irgendwann einmal gelesen. Ich erinnere mich noch, dass ich es damals ziemlich langatmig und auch etwas langweilig fand. Ich besaß ein paar Bücher, bei denen ich so empfunden habe. Im Nachhinein stellte sich nun heraus, dass es oft Bücher waren, die für mein damaliges Alter einfach etwas anspruchsvoller, schwieriger oder umfangreicher waren. Der Zeilenabstand der Bücher ist eher gering und die Schriftgröße klein, so dass mich das als Kind/Jugendliche einfach nicht so angesprochen hat.

Nun ist es nicht verwunderlich, dass mir das Buch nun viel viel besser gefallen hat und ich echt positiv überrascht wurde beim erneuten Lesen. Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich. Und vor allem wird das Leben der Indios in Mexiko und deren Verhältnis zu den Landinos gut dargestellt. Es ist informativ und gleichzeitig sehr unterhaltsam. Die Landschaft und Lebensweise in dem fremden Land werden eindrücklich dargestellt.

Es bleibt natürlich ein Jugendbuch, da die Geschichte dann eben doch nicht weit in die Tiefe geht und der Schreibstil eher einfach ist. Es ist so ein bisschen nicht Fisch, nicht Fleisch. Als Elternteil würde ich zu meinem Sohn sagen: „Lies das Buch doch mal, das hat mal eine etwas anspruchsvollere Geschichte zu bieten.“ Das Kind in mir (+ meine Erinnerung) würde sagen: „Ach, da lese ich doch als Jugenbuch lieber etwas vielleicht platteres, aber lustiges oder mehr von Interesse für Teenager…“ Schwierig…

Bewertung: 3,5 von 5 Punkten

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